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Edith-Stein-Schule Darmstadt ehrt die Preisträger und Teilnehmer des schulinternen Literaturwettbewerbes 2014 – Danksagung an die Hauptorganisatorin und langjährige Jurorin Bettina Gieseler

LitWB 013

Die Preisträger mit Herrn Dr. Göbel, Frau Gieseler und der Schriftstellerin Gabriele Beyerlein

Einen weiten Bogen zurück in die Kulturgeschichte der Menschheit schlug der Fachsprecher der Fachschaft Deutsch an der Edith-Stein-Schle, als er am 16.9. die Teilnehmer und Jurorinnen des diesjährigen Literaturwettbewerbes des Gymnasiums zur Preisverleihung im Namen der Schulleitung begrüßte. Bezugnehmend auf die altseinzeitliche Epoche des Aurignacien – konkret auf die 32.000 Jahre alte Statuette eines Mischwesens aus Löwe und Mensch, die man auf der Schwäbischen Alb gefunden hat – führte Frank Hansmann aus, dass in jener Zeit vor 30-40.000 Jahren aus dem anatomisch modernen auch der geistig moderne Mensch wurde. Dies äußere sich eben nicht nur in „technischen Fortschritten" – wie bspw. einer verbesserten Werkzeugherstellung – sondern gerade auch in dem im Fundbild feststellbaren Entstehen von Kunst und Musik. Offensichtliche „fiktionale ... Fantasieprodukte" wie der „Löwenmensch" legten aber auch den Schluss nahe, dass der Mensch in jener Zeit begann, kreativ Erzählungen als Vorläufer der Literatur zu gestalten. „Geschichten zu erzählen, uns mit ihnen zu beschäftigen, an ihnen zu erfreuen, aus ihnen zu lernen, macht uns zu Menschen. Das sollte euch ermutigen, auch in Zukunft ... weiterzuschreiben, eure Fantasie spielen zu lassen und kreativ zu bleiben," schloss der Fachsprecher seine Ausführungen.

Im Anschluss an diese einführenden Bemerkungen übernahm die Schriftstellerin Gabriele Beyerlein, die sich in diesem Jahre auf Anfrage Bettina Gieselers als externe Jurorin zur Verfügung gestellt hatte, das Wort und ehrte mit Buchpreisen aus ihren Oeuvre eine Reihe von Schülerinnen und Schülern, die sich durch besonders originelle und einzigartige Arbeiten ausgezeichnet und den Sprung in die Reihen der Preisträger nur knapp verpasst hatten. Über diese „Anerkennungspreise" durften sich Marion Rothenberger, Jonas Görg und Miriam Rotzoll erfreuen, ebenso wie Lilli Kalenderian, die für ihre regelmäßige und erfolgreiche Teilnahme am Wettbewerb geehrt wurde.

Ausführlich ging dann Bettina Gieseler in ihren Laudationes auf die Arbeiten der diesjährigen Preisträger ein. Den Preis für besondere Originalität erhielt Jan Reitz mit einer an Dan Brown erinnernden Geschichte um „Glück im Unglück", bei der ein jugendlicher Museumsbesucher zwar Michelangelos „David" beschädigt, aber auch eine bislang der Wissenschaft unbekannte Freundschaft und Zusammenarbeit des großen Künstlers mit Leonardo Da Vinci und deren gemeinsames Projekt eines frühen flugfähigen Heißluftballons entdeckt..

Pia Lenhardts anspruchsvolle Arbeit über eine „denkwürdige Begegnung" der Tag- und Nachtseite eines heranwachsenden Mädchens und die auch sprachlich ausgesprochen originelle dialogische Umsetzung dieser Idee, die für den Leser zahlreiche Überraschungen und spannende Wendungen bereit hält, erhielt den Preis der Schule für die beste Arbeit aus der Oberstufe.

Die oft fragwürdige Funktion magersüchtiger Models als „Mein Vorbild" problematisierte Ann-Sophie Riese in einer sehr reifen und durchdachen Geschichte zu diesem Thema, für die sie mit dm Preis für die Mittelstufe ausgezeichnet wurde.

Berührend war Amrei Kinkels mit dem Unterstufenpreis bedachte Geschichte um „Glück im Unglück", bei der ein schon verloren geglaubtes Kätzchen von seiner jugendlichen Besitzerin mit gesundem und putzigem Nachwuchs doch noch wieder gefunden wird. Dies wurde sprachlich so überzeugend und den Leser packend geschildert, dass sich die junge Autorin über den Literaturpreis der Schule für die Unterstufe 2014 freuen durfte.

Dass sie nicht nur zu schreiben, sondern auch im Vortrag ihre Werke mit Leben zu erfüllen verstehen, stellten die Preisträger jeweils mit Lesungen aus ihren Beiträgen unter Beweis, bei denen sich auch das Publikum von der hohen Qualität der ausgewählten Arbeiten und der Nachvollziehbarkeit der Ehrungen überzeugen konnte.

Bevor es für die Preisträger und Juroren zum literarischen Mittagessen mit dem Schulleiter, Herrn Dr. Manfred Göbel, ging, bedankte sich die Schulleitung für die mit der Juroren- und Organisationstätigkeit nochmals in Form eines Weinpräsents bei Frau Beyerlein und Frau Gieseler. Weit über 50 Arbeiten waren in diesem Jahr wieder zu bewerten gewesen, was an sich schon eine bemerkenswerte zusätzliche Arbeitsleistung darstellt. Da alle Teilnehmer offensichtlich Freude und Talent für das Schreiben mitbringen und die Arbeiten sich alle auf einem sehr hohen Niveau bewegten, war das wieder eine besonders aufwendige und zeitraubende Arbeit. Bettina Gieseler stellt sich dieser Herausforderung nun um vierten Jahr in federführender Position und hat in ihrer persönlich bescheidenen, aber überaus niveauvollen Herangehensweise mit viel Engagement und Herzblut aus dem Literaturwettbewerb das gemacht, was er heute ist: ein fester Bestandteil des Schullebens an der Edith-Stein-Schule, das von der Schulgemeinschaft überaus geschätzt wird. (ha)