Besuch des ehemaligen Konzentrationslagers Buchenwald

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Das Geschichts-Tutorium der 11E von Frau Preusch-Ahrens nahm sich bei einer gemeinsamen mehrt√§gigen Exkursion (12.5.15 - 14.5.15) zur Gedenkst√§tte Buchenwald in Weimar auf dem Ettersberg vor, sich einen genaueren Einblick √ľber das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte zu verschaffen.

Dazu bot sich ein Aufenthalt in der dortigen Jugendbegegnungsst√§tte, einer ehemaligen SS-Unterkunft, die sich auf dem Gel√§nde des KZs befindet, gut an. Begleitet wurde unser Besuch und unserer geschichtlichen Ausarbeitungen vor Ort von Herrn K√∂nig, einem Mitarbeiter der Gedenkst√§tte. Schon zu Beginn unseres Rundgangs auf dem Gel√§nde breitete sich eine belastende Stimmung im Kurs aus. Es war sehr erschreckend zu sehen, mit welcher unmenschlichen Grausamkeit die H√§ftlinge zur Zeit des Nationalsozialismus behandelt wurden. Andererseits war es aber auch sehr interessant, sich einem solch geschichtlichem Ereignis so nahe f√ľhlen zu k√∂nnen. In den folgenden Tagen, mit weiteren interessanten Informationen und Gruppenarbeiten, bot sich auch die Gelegenheit zu einem kurzen Ausflug nach Weimar, der Stadt Goethes und Schillers. Beeindruckend war ebenso die Besichtigung eines Mahnmals von enormer Gr√∂√üe aus DDR Zeiten in unmittelbarer N√§he der Gedenkst√§tte.

 

Wir als gesamter Kurs k√∂nnen nur positiv von dieser Exkursion berichten. Wir haben viele neue Eindr√ľcke gewonnen und neue Erfahrungen gemacht, die uns sehr zum Nachdenken angeregt haben.

 

Der ganze LK bedankt sich herzlich bei Frau Preusch-Ahrens, Herrn Richter sowie Herrn K√∂nig f√ľr diesen Ausflug.

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Historische Einleitung zu Buchenwald

Das Konzentrationslager Buchenwald wurde im Juli 1937 auf dem Ettersberg in der N√§he von Weimar errichtet. Am Anfang der Nationalsozialistischen Herrschaft wurde das Lager zur Eliminierung politischer Gegner und der sogenannten ‚ÄěAsozialen‚Äú (‚ÄěArbeitsscheue‚Äú, Wohnungslose, Homosexuelle, Zeugen Jehovas) genutzt. Durch die Annektierung anderer europ√§ischer L√§nder stieg der Anteil der Ausl√§nder in der Zeit des Zweiten Weltkrieges an, sodass am Tag der Befreiung nur 5% der Inhaftierten Deutsche waren.

 

Das Konzentrationslager Buchenwald war ein Arbeitslager, in dem die Menschen in Steinbr√ľchen und in Fabriken arbeiten mussten. Ab dem Jahre 1943 wurden sie haupts√§chlich in der R√ľstungsindustrie eingesetzt. In dem Hauptlager, sowie seinen 136 Au√üenlagern, kamen viele tausend Insassen durch Massent√∂tungen, medizinische Versuche und durch die Willk√ľr der Offiziere um. Am Ende des Krieges ist Buchenwald das gr√∂√üte Konzentrationslager in Deutschland.

 

Nachdem die SS geflohen war, befreiten sich die √ľberlebenden 21.000 H√§ftlinge am 11.April 1945 selbst und erhielten von der eintreffenden 6. Panzerdivision der dritten US-Armee Hilfe.

 

In diesem Konzentrationslager waren von 1937 bis 1945 ca. 250.000 Menschen inhaftiert, von denen mindestens 56.000 starben. In einer eigens errichteten T√∂tungsanlage wurden √ľber 8000 sowjetische Kriegsgefangene erschossen.

 

Unter sowjetischer F√ľhrung wurde das Lager als Internierungslager genutzt, wobei dort dann NSDAP-Mitglieder, willk√ľrlich Verhaftete oder Soldaten zu leben hatten. In dieser Zeit starben ca. 7.000 Inhaftierte wegen Unterern√§hrung und Vernachl√§ssigung.

 

Nach dem Abriss großer Areale des Lagers, wurde mit dem Mahnmal 1958 die Gedenkstätte eingeweiht. Heutzutage erinnert die Gedenkstätte Buchenwald an die Opfer der grausamen Taten zur nationalsozialistischen Zeit.

 

Quellen: http://www.schulzeux.de/

http://www.buchenwald.de/

 

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In der Restaurierungswerkstatt

Während des Aufenthalts im Konzentrationslager Buchenwald hatte das Tutorium die Möglichkeit, sich in Gruppen genauer mit bestimmten Themen zu befassen.
F√ľr drei von uns bot sich die Gelegenheit die Restaurierungswerkstatt der Gedenkst√§tte Buchenwald zu besuchen. Dort werden Funde aus dem gesamten Gebiet des ehemaligen Konzentrationslagers registriert, fotografiert und restauriert: Scheinwerfer, Gef√§√üe aber auch Kn√∂pfe, K√§mme und andere Alltagsgegenst√§nde. Es war ein komisches Gef√ľhl die Gegenst√§nde zu sehen und sogar anzufassen, die damals zum Leben in Buchenwald geh√∂rt haben. Auch durften wir uns selbst als Restauratoren versuchen und einen kleinen Fund fotografieren, registrieren, beschreiben und s√§ubern. Voller neuer Eindr√ľcke verlie√üen wir schlie√ülich die zwei netten Restauratorinnen, die uns einen
Einblick in ihre Arbeit gegeben haben.

 

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Die NS-Medizin und ihre Opfer

Mindestens 1000 Häftlinge dienten den SS-Versuchen, eine unbekannte Zahl von ihnen starb an den Folgen.

Die KZ-√Ąrzte selektierten als "Herren √ľber Leben und Tod" Arbeitsunf√§hige zur T√∂tung, f√ľhrten pseudowissenschaftliche Experimente zum Leiden der H√§ftlinge durch und konnten mit einer unglaublichen Willk√ľr handeln.

SS ‚Äď F√ľhrersiedlung

Die SS ‚Äď F√ľhrersiedlung besteht aus mehreren Villen im Heimatstil und wurde 1937 f√ľr mehrere hochrangige SS ‚Äď F√ľhrer (unter ihnen auch der Darmst√§dter Lagerkommandant Karl Otto Koch) aufgebaut. W√§hrend der Bearbeitung konnte man sich ein Bild von der Misshandlung der Gefangenen machen, auch au√üerhalb des Lagers. Jedoch stehen nur noch einige Fundamente.

Frauen im KZ

Im ‚ÄěDritten Reich‚Äú, einem m√§nnlich dominierten System, herrschte aufgrund der Ansicht der Nationalsozialisten, dass Frauen M√§nnern k√∂rperlich sowie geistig unterlegen seien, eine Art ‚Äěsekund√§rer Rassismus‚Äú. In Mohringen gab es bis M√§rz 1938 das erste KZ nur f√ľr Frauen, sp√§ter war Ravensbr√ľck, welches 1938/39 von der SS errichtet wurde, das gr√∂√üte Frauen-KZ. Besonders schockierend ist hier die Brutalit√§t, mit der die H√§ftlinge von den Aufseherinnen behandelt wurden, welche die H√§ftlinge eigentlich nicht selbst bestrafen, sondern nur Meldung erstatten sollten.

 

In vielen KZ, darunter auch in Buchenwald, gab es außerdem Bordelle, die in der Hoffnung auf Leistungssteigerung und Spaltung der männlichen Häftlinge errichtet worden sind.

Freizeit

In Buchenwald hatten die KZ-H√§ftlinge auch "Freizeit". Es war ihnen gestattet, Fu√üball zu spielen oder zu Boxen. Die SS-Wachm√§nner haben sogar Turniere organisiert. Allerdings unterlagen diese Freizeitaktivit√§ten sehr strengen Auflagen. So waren z.B. den j√ľdischen H√§ftlingen jegliche sportliche Freizeitaktivit√§ten verboten. Au√üerdem wurden die H√§ftlinge genauestens beobachtet und regelm√§√üig durchsucht. 

 

Weiterhin stand den H√§ftlingen sogar eine Bibliothek zur Verf√ľgung, allerdings wurde die Literatur auch hier sehr streng reklementiert und ideologisiert.  Kommunistische oder anti-nationalsozialistische Schriften gab es nicht.

 

Eine weitere Möglichkeit der Wärter war, das gesamte Lager mithilfe von Lautsprechern und Radio zu beschallen. Seltenst ließ man die Häftlinge die Musik "genießen", vielmehr foltert man sie lange mit extrem lauter Musik.

Die Täter

Bei der Thematik der T√§ter und ihrer Motive ist besonders der ‚ÄěBunkers‚Äú, Martin Sommer, zu nennen. Im Bunker wurden spezielle H√§ftlinge eingesperrt und systematisch gefoltert. Martin Sommer wurde durch seine besonders grausamen, verabscheuenswerten Foltermethoden und seiner schockierenden Gleichg√ľltigkeit gegen√ľber den leidenden H√§ftlingen bekannt und gef√ľrchtet.

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Der Widerstand

Der Widerstand beschr√§nkte sich meist auf kleinere Handlungen die den Ablauf der SS-M√§nner st√∂ren, oder einfach zum Eigenschutz gedacht waren. Wegen der schlechten k√∂rperlichen Verfassung und den drohenden Konsequenzen waren gr√∂√üere Aktionen wie Ausbr√ľche nur selten und schlecht realisierbar.

 

Eine oft gewählte Form des Widerstandes war das Anfertigen von Skizzen und Bildern sowie das Komponieren von Liedern wie dem Buchenwaldlied.