Handy-Fasten

Eine Woche ohne Handy

Es folgt eine Schilderung zum Thema „Eine Woche ohne Handy!“

Als ich das erste Mal davon gehört hatte, dass unsere Klasse eine Woche ohne Handy auskommen sollte, war mein erster Gedanke: „Das wĂ€re ganz okay. Ich bin eh nie so oft am Handy!“ Am Abend vor dem Abgabetermin, Dienstag, den 30. Juni 2015, war mir dann aber doch ein wenig bange. WĂŒrde es so werden, wie als hĂ€tte man drei Tage lang kein Essen oder eher so, dass man es gar nicht mitbekommt, dass etwas fehlt. Dann war es Mittwoch. Als ich mein Handy in die Box legte, fĂŒhlte ich mich komisch, da meine Freundinnen es nicht abgaben, denn ihre Eltern sammelten es zu Hause ein. Doch meine dunklen Gedanken verflogen schnell, als die Durchsage des Direktors durch die Schule hallte. Hitzefrei fĂŒr Mittwoch, Donnerstag und Freitag! Da lag das erste Problem: wie sollte ich meiner Mutter und meinem Vater Bescheid sagen? Das ging ja toll los, denn erst in der Bahn bemerkte ich, dass ich meinen SchlĂŒssel zu Hause vergessen hatte, und meine Eltern waren nicht da. Als ich es meiner Freundin erzĂ€hlte, sagte sie, dass ich doch mit zu ihr konnte. An diesem Nachmittag fiel mir das erste Mal auf, wie oft ich an meinem Handy gewesen war, denn ich hatte viel mehr Zeit mit meiner Freundin und keiner von uns beiden hatte den Drang, auf sein Handy zu schauen. Am Abend fuhr ich dann nach Hause, und da meine Freundin in Arheilgen wohnt und ich am anderen Ende von Darmstadt, war die Fahrt sehr lang und langweilig ohne mein Handy.

 

Montag, den 6. Juli 2015, war noch Heinerfest und kein Bus fuhr ab 13:00 Uhr ĂŒber die Haltestelle „Schloß“. Als wir von unserer Exkursion „Grube Messel“ zurĂŒck kamen, was es bereits spĂ€ter. Schon wieder hĂ€tte ich mein Handy gebraucht, denn mein Vater hĂ€tte mich abholen können. Da der Bus meiner Freundin auch nicht kam, liefen wir gemeinsam nach Hause.

 

Am Wochenende fiel mir auf, dass ich nicht wirklich viel mit meiner Familie machte. Das Handy ĂŒbernahm ziemlich viele Dinge im Leben: Spiele, Unterhaltung, Kommunikation, Information und viele andere Dinge. Das Handy erleichtert uns das Leben, aber ohne lebt man auch weiter!!!

 

Maria SĂŒĂŸ


Handyfasten

Fast alle gaben ihre Handys am Mittwoch ( dem 01.07.15 ) ab. Zuerst war da gar kein Unterschied. Doch zu Hause angekommen, war es anders: Man schmiss sich nicht sofort mit dem Handy auf die Couch, schrieb sinnlose Nachrichten und wollte sich mitteilen. Es war so, dass man nach Hause kam, aß und sich dann sofort und ohne Ablenkung durch das Handy an die Hausaufgaben setzte. Diese waren auch schon nach kurzer Zeit erledigt und man hatte Freizeit.

 

Es wurde kein Whats App geschrieben, irgendwo anders gechattet oder YouTube geschaut. Man verbrachte Zeit draußen, traf sich mit Freunden oder ging den Hobbys nach.

 

Aber auch wenn man Freunde traf, gab es einen Unterschied: Niemand holte das Handy aus der Tasche hervor und fing wie wild an, drauflos zu tippen. Stattdessen  unterhielt man sich und lachte. Keiner zog sein eigenes Ding durch. Es machte Spaß, ganz entspannt im Freibad auf der Wiese zu liegen und einfach zu reden. Der Druck, alle Nachrichten beantworten zu mĂŒssen, war wie weggeblasen.

 

Zu Hause verbrachte man viel mehr Zeit mit der Familie und chattete nicht heimlich beim Essen. Stattdessen tauschte man sich gemeinsam ĂŒber die Erlebnisse des Tages aus oder erzĂ€hlte, was heute noch zu tun war. Kein Streit lag in der Luft, weil das Handy abgegeben werden sollte. Es wurden Spiele gespielt oder zusammen Fern gesehen.

 

NatĂŒrlich wĂ€re das Handy an manchen Tagen schon nĂŒtzlich gewesen. Zum Beispiel, wenn man sich nach der Schule kurzfristig verabreden oder sich irgendwo treffen wollte, man den Weg aber nicht genau wusste. Letztendlich schaffte man es meistens doch, einen Weg zu finden, ohne das Handy zu benutzen.

 

In unserer Klasse haben wir auch einen Klassenchat, in den jeder schreiben kann, der Whats App hat. Am Tag treffen dort um die 300 Nachrichten ein, weil jeder das BedĂŒrfnis hat zu schreiben was er oder sie gerade macht. HĂ€ufig kommt es auch zu Streit oder Diskussionen, dann können es auch mehr als 300 Nachrichten werden. Streits arten auch oft sehr aus und es fallen Beschimpfungen, die man dem/den Anderen niemals persönlich ins Gesicht sagen wĂŒrde.

 

Lily Schneider

 


Handyfasten

Heute ist Mittwoch. Es erwartet mich ein quĂ€lend langer Tag, der sich wahrscheinlich mal wieder zieht wie Kaugummi. Jetzt liege ich aber noch in meinem warmen, gemĂŒtlichen Bett und hoffe, dass ich niemals aufstehen muss. Was diesen Tag noch schlimmer macht, ist, dass unser ÂŽKlassenlehrer vor einer Woche angekĂŒndigt hat: „Ich möchte, dass wir ein Handy-Fasten machen. Dazu legen ALLE ihre Handys in eine Kiste, wir versiegeln diese und nach einer Woche bekommt ihr eure Smartphones zurĂŒck. NĂ€chste Woche Mittwoch geht’s los!“ Dieser Satz: „NÄCHSTE WOCHE MITTWOCH GEHT’S LOS!“ hat uns vor einer Woche in eine lange Schockstarre versetzt. Nun ja, heute ist es soweit. Ich starre auf meine blutrote Wand, die wir letztes Jahr neu gestrichen haben. Da ruft meine Mutter die Worte, die ich mir schon den ganzen Morgen ganz weit weg wĂŒnsche: „Aufstehen! Du musst in die Schule“. Ich schleppe mich aus meinem Bett, das mir heute Morgen mal wieder so schön federweich vorkommt, und gehe in die KĂŒche. Nach einem blitzschnellen FrĂŒhstĂŒck, da ich mal wieder zu spĂ€t bin, ziehe ich mich an und krieche wieder zurĂŒck in mein Bett. Gerade schließe ich die Augen und stelle mir vor, dass ich gar nicht aufstehen muss, als meine Mutter die TĂŒr aufreißt und herummeckert: „Raus aus den Federn, sonst kommst du zu spĂ€t!“ Seufzend erhebe ich mich und schleiche im Zeitlupentempo die Treppe herunter. Als ich endlich aus dem Haus gehe, merke ich erst, dass es tatsĂ€chlich schon sehr spĂ€t ist. Schnell renne ich die Straße mit den schönen Baumkronen entlang zur Bushaltestelle.

 

Es klingelt zur 4. Stunde. „Die Stunde der Wahrheit sage ich zu meiner besten Freundin“. Mit dem 2. Gong kommt unser Klassenlehrer in den Raum. Er hat eine Kiste dabei. Ich schĂ€tze, jeder kann sich denken, was in diese Kiste hinein soll: unsere Handys. Nach Klassenliste werden wir aufgerufen und mĂŒssen auf einem Zettel unterschreiben, ob unsere Eltern oder unser Klassenlehrer das Smartphone aufbewahren. Bei mir machen es meine Eltern.

 

„Dieser Tag wĂŒrde nicht so schlimm werden“, ĂŒberlege ich mir. Ich will nĂ€mlich heute mit einer Freundin ins Langener Freibad.

 

„Ab ins Wasser“, schreit meine Freundin und rennt los. Ich renne hinterher. Das kĂŒhle Nass ist erfrischend wie nie. Das Handy-Fasten habe ich schon ganz vergessen. Erst als wir spĂ€ter auf der großen Liegewiese des Freibads liegen, erinnere ich mich wieder daran, dass ich kein Handy habe. „Dieser 1. Tag ohne Smartphone ist fĂŒr mich nicht weiter schlimm gewesen. Mal sehen, was noch kommt“, denke ich mir am Abend.

 

Ich bin froh, dass meine Eltern sich fĂŒr fast jeden Tag dieser Woche etwas Anderes ĂŒberlegt haben, sodass mich das Handy-Fasten nicht weiter stört. Heute wollen wir in den Zoo.

 

„Kommst du“ Wir wollen los!“, ruft mein Vater mir zu. „Ich bin doch schon da“, antworte ich.

 

Nach einer 20-minĂŒtigen Autofahrt sind wir da. Wir kaufen die Eintrittskarten und schon geht’s los: Wir bewundern die sĂŒĂŸen Pandas, die dicken Nilpferde und die lustigen Affen. Gerade kommen wir am Löwengehege an. „Ich habe einen großen Respekt vor Raubkatzen“, sagt eine Frau neben mir. „Ich auch“, flĂŒstere ich leise. Viele Leute machen Fotos. Und wie soll es auch anders sein: natĂŒrlich machen sie das mit ihren Handys. Hinter meiner Familie und mir poltert eine ganze Gruppe Kindergartenkinder vorbei. Einer dieser Winzlinge passt nicht auf, wo er hinlĂ€uft, da sein Blick auf die Löwen gerichtet ist. Da passiert es: Der Junge lĂ€uft gegen mich. Davon bekomme ich einen so dollen Schubs, dass ich ĂŒber den kleinen Zaun vom Löwengehege purzle. Gerade so kann ich mich noch am stabilen Holzzaun festhalten. Die Löwen starren zu mir herĂŒber. Jetzt kommen sie! Zum GlĂŒck ziehen mich meine Eltern in diesem Moment wieder ĂŒber den Zaun auf die sichere Seite.

 

Am Freitag, am Wochenende und am Montag ist nichts Außergewöhnliches mehr passiert. Am Samstag sind wir in einen Freizeitpark gewesen, am Sonntag haben wir ein Picknick gemacht und am Montag haben wir ein Ă€gyptisches Museum besucht. An diesen Tagen habe ich mein Handy so gut wie gar nicht vermisst, da ich ja den ganzen Tag etwas gemacht habe. Am Dienstag habe ich meinem Smartphone am meisten nachgetrauert, denn am Dienstag habe ich ĂŒberhaupt nichts gemacht, da es geregnet hat und wir eigentlich etwas draußen vorgehabt haben.

 

Als ich am Mittwoch nach der Schule zu Hause ankomme, kann ich es kaum noch erwarten, bis ich endlich mein Handy wieder habe.

 

Julia Birkl

 


Eine Woche ohne Smartphone-Schilderung zum Handyfasten der 7b

von Mittwoch, den 01.07.15 bis Mittwoch, den 08.07.15.Hintergrundinfos: In unserem Whatsapp-Klassenchat liefen seit Beginn der Klasse 7 etwa 91.000 Nachrichten ein, an einem guten Tag etwa 200.Nach einer Woche Fasten hatte ein SchĂŒler 1.400 Nachrichten allein in Whatsapp empfangen. Am Anfang der Woche stellte ich mir nun also die Frage: „Ist das Überleben der menschlichen Spezies ohne Smartphones ĂŒberhaupt noch möglich?“

 

Und nach der Woche hatte ich die Antwort definitiv gefunden. Donnerstagmorgen bemerkte ich das fehlende Handy zum ersten Mal: Ein Wecker fehlte mir. Als Resultat kam ich verschlafen und nur knapp pĂŒnktlich in der Schule an. Am Nachmittag konnte ich mich wegen des fehlenden Handys nicht ĂŒber Whatsapp vom Training abmelden. Außerdem vermisste ich den beglĂŒckenden Musikgenuss, woran ich mich an den nĂ€chsten Tagen allerdings gewöhnte. Am nĂ€chsten Morgen hatte ich aus der Situation am Vortag gelernt und wurde, wie auch den Rest der Woche, von einem alten, wie eine Sirene klingenden Wecker, den ich gefunden hatte, geweckt. Freitagmittag hatte ich nichts zu tun, und anstatt wie sonst am Handy zu hĂ€ngen, begann ich mit den anspruchsvollen Hausaufgaben fĂŒr Montag und setzte mich nach zwei Monaten mal wieder an mein Keyboard. Da dies sicherlich sinnvoller verbrachte Zeit war als irgendwelche schnöden Youtube-Videos zum 100. Mal anzusehen, konnte  ich das ohne Zögern als positiven Punkt des Projekts einordnen.

 

An diesem Wochenende gingen einige MitschĂŒler ins Schwimmbad, und obwohl ich nicht dabei war, ließen sich aus ihren enthusiastischen ErzĂ€hlungen ĂŒber den Ausflug ebenfalls positive und negative Aspekte schließen: Alle waren ĂŒber die entspannte Erfahrung begeistert, nicht nur an den Smartphones zu hĂ€ngen, sondern sich einfach mal interessant zu unterhalten. Allerdings gestalteten sich der Hinweg und das Treffen durch Fehlen von Whatsapp und Google Maps schwieriger als sonst. Auch beim Treffen mit Freunden am Wochenende stellte sich die Kommunikation als schwierig heraus, weil wir alle Informationen ĂŒber das Festnetztelefon klĂ€ren mussten. Sowohl Montagabend wegen eines Treffens auf dem Heinerfest als auch Dienstagmorgen wegen Krankmeldung fĂŒr die Schule hatte ich erneut Probleme wegen der fehlenden Kommunikation. WĂ€hrend der Woche hatte ich alles in allem sowohl positive als auch negative GefĂŒhle. Positiv waren unter anderem konzentrierteres Erledigen von Hausaufgaben und Co., mehr freie und/oder sinnvoller genutzte Zeit und entspannteres Verhalten wĂ€hrend der Freizeit; Ich schaute zum Beispiel nicht alle fĂŒnf Minuten, ob eine Nachricht gekommen war. Außerdem hatte ich mal mehr Zeit fĂŒr andere Dinge. Allerdings gab es auch negative Erlebnisse, allen voran die fehlende Kommunikation. Auch vermisste ich sowohl Musikhören und Ähnliches, als auch nĂŒtzliche Funktionen wie Erinnerungen, Wecker oder den Kalender. An das Fehlen dieser alltĂ€glich genutzten Apps musste ich mich erst gewöhnen. Fazit: ZurĂŒck zu meiner Frage: Die Antwort lautet JA! Obwohl ich manche EinschrĂ€nkungen hatte, konnte ich relativ problemlos auf das Smartphone verzichten, allerdings denke ich, dass ich es nach lĂ€ngerer Zeit schon vermissen wĂŒrde. Außerdem lassen die Reaktionen einiger MitschĂŒler, nach der RĂŒckgabe der Smartphones auf die Knie zu fallen und Gott zu danken, auf eine etwas  andere Meinung zu dem Thema schließen. Auf jeden Fall war das Handyfasten wirklich ein interessantes Erlebnis.

 

Fritz Glatt, 8b