Deutsch-französische Podiumsdiskussion

"Wie kann das deutsch-französische Tandem Europa in der Krise helfen?"

L'axe franco-allemand et l'Europe

SchĂŒlerinnen und SchĂŒler der Edith-Stein-Schule diskutieren mit

Um diese aktuelle Frage ging es am 3.2.2017 im Staatsarchiv auf der Podiumsdiskussion, zu der der Deutsch-Französische Kreis Darmstadt (DFKD) eingeladen hatte. Neben GĂ€sten aus Politik (Sophie Lazlo, Consule GĂ©nĂ©rale de France Ă  Francfort, Michael Gahler, Mitglied des EuropĂ€ischen Parlaments, Jochen Partsch, OberbĂŒrgermeiser der Wissenschaftsstadt Darmstadt), Wirtschaft (GĂ©rard Staedel, CrĂ©dit Mutuel Deutschland, Jean-Philippe Lacour, Wirtschaftskorrespondent Frankfurt/Main fĂŒr die französische Wirtschaftszeitung Les Echos) und Experten der deutsch-französischen Zusammenarbeit (Julia Vasilieva, Juniorbotschafterin Hessen fĂŒr das Deutsch-Französische Jugendwerk (DFJW), Gustav Reinhardt, Juniorbotschafter DFJW in Mainz, Philip Wegman, Juniorbotschafter DFJW in Frankfurt/Main) konnten DarmstĂ€dter SchĂŒlerinnen und SchĂŒler (Edith-Stein-Schule, Justus-Liebig-Schule und Lichtenbergschule) ihre Sicht der Dinge in verschieden BeitrĂ€gen vermitteln und die Diskussion "anspornen".

Die thematischen Schwerpunkte waren in drei Blöcke eingeteilt:

- Spracherwerb, Kultur / Medien - Bildung

- Berufsleben / Wirtschaft / Finanzen

- Außen- und Sicherheitspolitik / FlĂŒchtlingskrise, Frieden

An der Nahtstelle zwischen Bildung und Berufsleben erörterten Alexia Bartels, Pryia Parikh (LK F/12 RO), Leonie Vögler und JosĂ©phine Weber (GK F/11, DELF-AG/B2-Gruppe RO) in einer lebendigen Szene ihre persönlichen Vorstellungen von Erasmus-Programmen, Austausch-und Auslandserfahrungen. Bei aller Skepsis gegenĂŒber "Erasmus-Party-Semestern" erweisen sich Auslandsaufenthalte als besonders lehrreiche und bereichernde Erfahrungen, die einen persönlich und beruflich weiterbringen und dazu beitragen können, Vorurteile und BerĂŒhrungsĂ€ngste zu ĂŒberwinden.

Maximilian Riegel und Tim Gajewski (LK PoWi/12 RH) prĂ€sentierten kurz und prĂ€gnant die "deutsch-französische Zusammenarbeit im Kontext einer gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik der EU", welche mit dem Beginn einer neuen politischen Ära in den USA an Brisanz gewonnen hat.

 

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Zusammenfassend ließ sich feststellen, dass das deutsch-französische Tandem nichts von seiner AktualitĂ€t verloren hat. In der momentanen europa- und weltweiten Umbruchsituation, die von Verunsicherung und Verlockungen aller Art geprĂ€gt ist, ist ein gemeinsames Handeln auf der Grundlage gemeinsamer Werte und bereits gemeinsam bestandener BewĂ€hrungsproben sogar wichtiger denn je. UnerlĂ€ssliche Voraussetzungen dafĂŒr sind zum einen ein gemeinsamer Umgang mit der Geschichte und der gemeinsamen Vergangenheit, damit "Erinnerungsarbeit", VergangenheitsbewĂ€ltigung und Geschichtsschreibung nicht einseitig vereinnahmt und instrumentalisiert werden.

Zum anderen ist gegenseitiger Spracherwerb zum besseren VerstĂ€ndnis notwendig sowie zur VerstĂ€ndigung auf der interkulturellen wie auf der zwischenmenschlichen Ebene, damit Europa ein Gesicht bekommt und auch im Politisch-Wirtschaftlichen von den BĂŒrgerinnen und BĂŒrgern mitgetragen werden kann. Dass dabei Spannungen und Zweifel nicht ausbleiben und dass es kontinuierlicher mĂŒhsamer Arbeit bedarf, zeigen die aktuellen Entwicklungen und Diskussionen im Wahljahr 2017.

Deswegen schloss die Veranstaltung mit einem Appell fĂŒr ein starkes, dezidiertes deutsch-französisches Tandem und fĂŒr ein Europa der Offenheit und der Vielfalt, das die Werte der Demokratie verkörpert und aufrechterhĂ€lt und den Frieden wahren kann.

Die Weichen dazu werden bereits im persönlichen Umfeld, auch in der Schule gestellt, mithilfe von engagierten Menschen und Institutionen in einem weiten Arbeitsfeld, in dem jeder seine Chance ergreifen kann, wie es die Juniorbotschafter des DFJW verdeutlichten.

 

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Und so gab das deutsch-französische Jazz Quartett "Meetoo" vorbildlich den Ton an mit einer rundum gelungenen musikalischen Einrahmung, die gelegentliche Misstöne ĂŒberwand und alle ĂŒberzeugte.

Herzlichen Dank an den DFKD fĂŒr eine anregende Veranstaltung, et remerciements et fĂ©licitations aux participantes et participants du lycĂ©e Edith-Stein, en particulier aux Ă©lĂšves de Terminales qui ont acceptĂ© de donner un peu de leur temps en pĂ©riode de prĂ©paration aux examens!

Isabelle Rodrigues, Französisch-Lehrerin

 

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