Luther und die Juden

Wenn der ├ťberlebenskampf zum Alltag wird

Holocaust, Reichspogromnacht, Antisemitismus ÔÇô die Judenverfolgung war stets aktuell und fand im Dritten Reich unter der F├╝hrung von Adolf Hitler ihren H├Âhepunkt. Etwa ein Drittel der gesamten j├╝dischen Bev├Âlkerung wurden unter dem NS-Regime in Konzentrationslager eingesperrt und vernichtet. 6 Millionen Juden fanden in dieser Zeit ihr Ende ÔÇô nur wenigen gelang die Flucht und somit die Chance auf ein Leben nach dem Nationalsozialismus. Doch das Judentum blieb im Gegensatz zu allen anderen historischen Weltreichen wie dem R├Âmischen Reich bestehen und hat noch heute zahlreiche Anh├Ąnger auf der ganzen Welt. Den Oberstufensch├╝lern, welche sich f├╝r das Projekt zu dem Verh├Ąltnis der Juden zu Martin Luther eingetragen hatten, wurde von zwei Juden in der Darmst├Ądter Synagoge der schwierige Weg des Judentums quer durch die Geschichte gezeigt und es wurden Einblicke gew├Ąhrt in die Gebetsr├Ąume, welche sonst nur f├╝r j├╝dische Gl├Ąubige ge├Âffnet sind.


Der Treffpunkt der Projektgruppe war direkt an der Synagoge in Bessungen. Diese wird aus Sicherheitsgr├╝nden rund um die Uhr von der Polizei bewacht. Zun├Ąchst werden die rund 30 Sch├╝ler in Begleitung von Herr Richter und Frau Schmidt in den Gebetsraum der Synagoge gef├╝hrt, der normalerweise der heilige Ort f├╝r alle Juden ist. Die m├Ąnnlichen Sch├╝ler m├╝ssen eine Kippa ÔÇô eine Kopfbedeckung, die von den m├Ąnnlichen Juden aus Ehrfurcht vor Gott auf dem Kopf getragen wird ÔÇô tragen, sobald sie den Gebetsraum betreten. Dort erz├Ąhlt einer der beiden j├╝dischen Begleiter zun├Ąchst ein paar historische Geschehnisse ├╝ber das Judentum sowie die Anzahl der heute in Darmstadt lebenden Juden. Mit einem Schmunzeln f├╝gt er auf Nachfrage eines Sch├╝lers hinzu, dass in Darmstadt eine einzige orthodoxe j├╝dische Familie lebt, w├Ąhrend die ├╝brigen in Darmstadt und Umgebung wohnenden Juden nicht streng-orthodox sind.


Nach Nach der Einf├╝hrungsrunde begibt sich die Projektgruppe in einen Seminarraum, welcher extra f├╝r den Besuch der Edith-Stein-Schule vorbereitet worden war. Mithilfe von Bildern und Erz├Ąhlungen kommt die Gruppe ins Gespr├Ąch ├╝ber die Gedanken von Martin Luther zu den Juden. Um dies genauer zu untersuchen, wird die Gruppe in acht Kleingruppen mit jeweils vier Sch├╝lern aufgeteilt. Jede dieser Gruppen erh├Ąlt einen Text von Luther in Bezug auf den j├╝dischen Glauben. Nach einer stillen Arbeitsphase kommen dann erst die Sch├╝ler unter sich und schlie├člich im gro├čen Plenum der gesamte Kurs in die Diskussion. Denn die Texte und Erz├Ąhlungen der beiden Begleiter des Projekts haben den Sch├╝lern aufgezeigt, dass Luthers Einstellung gegen├╝ber dem Judentum nicht gerade freundlich gesinnt war. Vielmehr wollte der Reformator die Juden dazu bewegen, ihren Glauben aufzugeben und sich dem Christentum anzuschlie├čen. Als seinem Aufruf aber nur wenige Juden nachkamen, forderte Luther sogar mit Gewalt seine Leser dazu auf, die j├╝disch Gl├Ąubigen dazu zu zwingen, Christen zu werden. Aufgefallen ist den Sch├╝lern vor allem die teils drastische Wortwahl Luthers.


Nach dieser Diskussion war die Zeit in der Synagoge fast schon zu Ende. Abschlie├čend wurden von den beiden Begleitern die Ergebnisse der zwei Stunden zusammengetragen und zudem nochmals unterstrichen, dass Martin Luther neben den zuvor aufgef├╝hrten Schattenseiten auch sehr viele positive Ver├Ąnderungen erm├Âglicht hatte. Insgesamt gew├Ąhrte das Projekt der Oberstufe einen tiefen Einblick in die Historie des Judentums, verbunden mit Verfolgung, Hass und Antisemitismus. Eine Sch├╝lerin zieht ein positives Fazit aus dem Projekttag: ÔÇ×Das Projekt war gut ausgestaltet. Die G├Ąste waren sehr gut ausgew├Ąhlt und haben einen guten Einblick in das Thema gegeben durch ihr Wissen. Au├čerdem war es sehr interessant, eine Synagoge besichtigen zu d├╝rfen.ÔÇť

 

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