Gottesdienst der Klassen 10 - 12

Der Gottesdienst in der Pauluskirche begann gegen 8:00 Uhr mit einem festlichen Orgelspiel von Herr MĂŒller. Im Anschluss hielt Herr Göbel eine Rede ĂŒber die Geschichte der Edith-Stein-Schule. Dabei betonte er, dass sie seit Wiedereröffnung nach dem 2. Weltkrieg zwar eine katholische Schule sei, aber immer evangelische Kinder aufgenommen habe. Im Anschluss wurde das Lied: Aus den Dörfern gesungen. Danach wurde der Gottesdienst durch Pfr. Weißbecker und Pfr. Kluck eröffnet. Daraufhin kam wieder ein Lied: Ein fester Burg ist unser Gott, das von Luther geschrieben und komponiert wurde. Es folgte das Kyrie, das in drei LautstĂ€rken gesungen wurde. Dann kam ein Gebet von Pfr. Weißbecker. Drei SchĂŒler lasen danach drei verschiedene Variationen von der Bibelstelle, die in Röm. 3.28 steht vor. Das Lied: Ein Haus voll Glorie (Gott, wir loben dich) wurde daraufhin festlich gesungen. Auf die Frage: „Wann fĂŒhle ich mich unter Druck gesetzt?“ antworteten vier SchĂŒler/innen. Es folgte die lang erwartete Ansprache von Dr. Dr. h. c. Volker Jung. Zuerst dankte er der Gemeinde und der Schule fĂŒr den gemeinsamen Gottesdienst. Im Anschluss stellte er seine Gedanken zu der Frage vor: Wann ich mich unter Druck gesetzt fĂŒhle? Neben dem Druck, der von anderen ausgeĂŒbt wird, kam er auch auf die AnsprĂŒche, die er selbst an sich stellt zu sprechen, verallgemeinerte es und kam schlussendlich auf Luther, der auch unter großem Druck stand. ZunĂ€chst der seiner Eltern, die seinen Lebensweg schon vorgezeichnet hatten, er studierte Jura in Erfurt. Als eines Tages von dem RĂŒckweg von seinem Elternhaus ein Blitz direkt neben Luther einschlug, entschied er, Mönch zu werden. Seinem Vater gefiel das natĂŒrlich nicht. Luther ĂŒberlegte, wie er dem Druck Gottes standhalten könne, wenn er nach dem Tod im Himmel vor Gottes Gericht stehen wĂŒrde.


JungEr hatte sehr große Angst vor der Hölle, und diese blieb auch erhalten, nachdem er seelsorgerische Hilfe im Kloster erhalten hatte. Erst in seinem Theologiestudium fand er ĂŒber die Bibelstelle Röm. 3.28. heraus, dass Gott gerecht mache. Dies fĂŒhrte zu seiner Erkenntnis, dass in der Bibel steht, dass man Kraft/Liebe/Heil/StĂ€rke... Gottes bekommt. Als er das verstand, hörte sein Druck auf und sein Gottesbild Ă€nderte sich. Er glaubte nun, dass Gott ihm StĂ€rke und Mut vermittlle. Seine Angst vor Gott und seiner Kraft wurde ihm zur Lehre. Dr. Jung zitierte Luther mit einem Zitat ĂŒber das menschliche und das ewige Leben. Daraufhin bezog er auch Luthers Erfahrungen auf uns SchĂŒler. Wir sollen auf Gott vertrauen und Ängste sowie Sorgen mit ihm teilen. Wir sollen unserem Alltagsdruck nicht ausweichen, sondern lernen damit zurecht zu kommen. FrĂŒher war Druck oft mit dem Gedanken ĂŒber Tod und Hölle verbunden, heute hingegen sind es Shitstorms auf Social Media Websites oder Versagen in der Schule. Und wenn man doch versagt, hilft Gott und gibt Kraft durch sein Wort. Im Gegensatz soll man nicht aus der Angst vor Gott, sondern aus eigener Überzeugung handeln, denn Liebe ist der Weg zu Mut und Kraft.


Dann kam Dr. Dr. h. c. Jung auf den Bezug zur Reformation zu sprechen. Luther spaltete mit seinen Thesen die Kirche und verursachte die BauernaufstĂ€nde und die Konflikte zwischen evangelischer und katholischer Kirche. Dies war jedoch unbeabsichtigt. Stattdessen sollte Gottes Liebe fĂŒr ein gemeinsames Religionsleben einfließen, was in diesem JubilĂ€um besonders deutlich wird. Deshalb lobte er die Edith-Stein-Schule fĂŒr ihre ökumenischen AktivitĂ€ten, z.B. die gemeinsamen Gottesdienste.


Als Fazit nahm er kurz Bezug auf seinen Besuch beim Papst. Dieser sagte auch, dass es lieber mehrere als keine Religionen geben solle und diese lernen mĂŒssten, miteinander zurecht zu kommen. Wichtig ist, dass wir uns darauf besinnen, dass wir alle Christen sind. Wir alle sind durch Jesus Christus verbunden und Kinder Gottes, unabhĂ€ngig davon, welches Bild wir von Gott oder Jesus haben.


Damit bedankte Herr Jung sich fĂŒr diesen Tag und gab uns seinen Segen. Es folgte das Lied: Großer Gott wir loben dich. FĂŒnf SchĂŒler/innen sprachen noch die FĂŒrbitten. Im Anschluss wurde ein Vater unser gebetet und Dr. Dr. h. c. Jung sprach den Segensspruch aus. Nach der Danksagung durch Pfr. Kluck, in der er auch die Bedeutung der Ökumene betonte, folgte das Schlusslied: Komm, Herr, segne uns.
Damit endete der Gottesdienst und die SchĂŒler gingen in ihre Projekte.

Bericht von Dominik und Ben

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