Pilgern Besinnungstage 2018

„Heikooo!“ ertönte es durch den Bahnhof und die Pilgerreise, die im Zeichen des Propheten Elia stand, ging los: „Aufbruch mit Elia“ (1. Buch Könige, 18,16-19,14)

Elisabethpfad kIn Wetzlar angekommen, besichtigten wir den Dom, der sowohl von einer evangelischen als auch von einer katholischen Gemeinde genutzt wird. Der Dom ist also eine Simultankirche. In einer Seitenkapelle hielten wir die erste Andacht ab. Dann wanderten wir los zum Kloster Altenberg. In der Klosterkirche erfuhren wir etwas über die heilige Elisabeth und das Kloster und sangen mehrere Lieder. Während der Mittagspause im Klostergarten verteilte Frau Marks Butterkekse. Die „Speisung der hungrigen Schüler“ stand im Zusammenhang mit Elia. Als Elia unterwegs gewesen ist auf der Suche nach seinem Gott, ist er von einem Engel gespeist worden, so wie wir während dem Pilgern… Den Rückweg gingen wir bis zum Lahnufer schweigend. Mit dem Bus sind wir nach Hohensolms zur Jugendburg, unserer ersten Übernachtungsstätte, gefahren. Nach dem Abendessen hatten wir etwas Freizeit und danach kam das „Nachtlicht“ – die letzte Andacht kurz vor dem Schlafen gehen – das sich mit Elia beschäftigte. Dieser Montag sollte der Tag mit dem besten Wetter gewesen sein…

Als wir am Dienstagmorgen aufwachten, regnete es. Doch der Regen konnte uns die Stimmung nicht vermiesen. Ausgestattet mit Schirm und Regenjacke stiefelten wir zur Bushaltestelle, um nach Wetzlar zurück zu fahren und den Elisabethpfad zu gehen. Da die Paulskirche in Hermannstein geschlossen war, hielten wir die Morgenandacht im Nieselregen ab. Nachdem uns Frau Modricker-Köhler den Segen zugesprochen hatte, fingen wir an zu wandern. Es ging erst einmal Berg auf. Durch Buchen- und Mischwälder, durch Felder und Wiesentäler wanderten wir in Richtung der „Dicken Eiche“ (oder „Napoleonseiche“, wie sie von uns genannt wurde). Nach einer Mittagspause samt Impuls im Regen machten wir ein Gruppenfoto. Und weiter ging die Reise durch Feld, Wald und Flur nach Königsberg. AGnsemarsch k2n einer Sitzgelegenheit machten wir eine Rast und es gab erneut Kekse von Frau Marks. Nach dieser Stärkung war es fast nur noch ein Katzensprung zur Jugendburg nach Hohensolms. Dort angekommen war es auch schon Zeit zum Abendessen. Danach hatten wir wieder ein bisschen Zeit für uns selbst. Darauf folgte das „Nachtlicht“ in der Burgkapelle. Als Teil der Andacht hörten wir Ausschnitte aus dem Konzert „Elias“, in dem es um den Propheten Elia geht. Nach der Andacht war noch lange nicht Schlafenszeit… Wir spielten alle zusammen Werwölfe; auch Frau Marks spielte mit: „Und das Dorf schläft ein.“

Am nächsten Morgen, es war Mittwoch geworden, schienen hin und wieder ein paar Sonnenstrahlen durch die recht dichte Wolkendecke. Nach einem guten Frühstück brachen wir zur dritten Etappe auf. Kaum hatten wir Hohensolms verlassen, ging es wieder durch Wiesen und Wälder. Wir verliefen uns an einer Weggabelung, drehten aber wieder um, ließen Herr Richters Dünsberg auf der rechten Seite zurück, stoppten kurz an einem Hundefriedhof und nahmen Kurs auf Krumbach. Doch leichter gesagt als getan… Außer Schlamm, Gräsern, Brennnesseln und Gestrüpp war nicht mehr viel von unserem Weg zu sehen. Und so blieb uns nichts anderes übrig, als im Gänsemarsch durch den Wald zu laufen. Nach einiger Zeit, viel Arbeit und mehreren Brennnesselstichen konnten wir endlich die Straße überqueren, doch auf der anderen Straßenseite sah es nicht wirklich besser aus… Schließlich schafften wir es doch irgendwie, nach Krumbach zu kommen. Vor der Kirche, die wieder einmal verschlossen war, machten wir die verdiente Mittagspause. Weiter ging es wieder erst bergauf in den Wald und dann durch Wiesentäler nach Kirchvers, wo sich der „verlorene Sohn“ der Gruppe anschloss. In der Ortsmitte gaben uns die Lehrer einen weiteren Impuls. Danach ging es schweigend und jeder für sich den Berg hinauf, um diesen auf der anderen Seite wieder herunterzulaufen. Wir durchquerten Weipoltshausen und mussten das Wassertretbecken auf Grund des Wetters und der Zeit ohne Rast zurücklassen. Ein letztes Mal für diesen Tag stiegen wir in den Wald empor. Bergab durch Kornfelder wanderten wir nach Altenvers zur Hufeneisenkirche – eine wunderschöne, kleine Kirche aus dem 9. Jahrhundert, in der die heilige Elisabeth mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit gewesen war. Doch auch diese Kirche war verschlossen. Und so bekamen wir auch den nächsten Impuls unter freiem Himmel. Von Altenvers fuhren wir mit Bus und Bahn nach Marburg zu den Diakonissen, wo wir die letzte Nacht verbrachten. Nach einer herzlichen Begrüßung durch Schwester Marianne und einem leckeren Abendessen feierten wir ein selbstvorbereitetes Agapemahl im Andachtsraum. Danach folge eine weitere Runde Werwölfe mit Frau Marks. Und wieder sollte das Dorf einschlafen.

Elisabethkirche MarburgDer letzte Tag war angebrochen und schon mussten wir uns von den Diakonissen verabschieden. Zuvor erzählte uns Schwester Marianne etwas über das Leben im Diakonissen-Mutterhaus. Mit dem Bus fuhren wir in die Stadtmitte zur Elisabethkirche. Die Elisabethkirche wurde fast zeitgleich mit dem Kölner Dom erbaut, wurde aber schon etwa 50 Jahre nach der Reformation evangelisch. Genau wie der Wetzlarer Dom ist auch die Elisabethkirche zwischenzeitlich von beiden Konfessionen genutzt worden. Die heilige Elisabeth ist in der Elisabethkirche beigesetzt worden, jedoch fehlt nach vielen „Umzügen“ durch ganz Deutschland jede Spur der verbliebenen Reliquien. In der Kirche haben wir für eine Gruppe muslimischer Touristen eines unserer Lieder gesungen. Danach betrachteten wir den Schrein der heiligen Elisabeth und feierten eine letzte Andacht. Vor der Kirche machten wir eine Mittagspause. Anschließend pilgerten wir in die Oberstadt und machten ein Gruppenfoto vor dem Alten Rathaus. Auf dem Rückweg Richtung Bahnhof setzten wir uns in eine Eisdiele und aßen ein Eis. Schließlich ging es mit dem Zug zurück nach Darmstadt.

Es war eine wunderschöne Zeit! Vielen Dank an die begleitenden Lehrkräfte.Gruppenfoto Marburg Rathaus k

Von Pia Lindenblatt und Florian Rettig