Schulleben

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19. Januar 2020

Am Sonntag, dem 19.1.2020, wachten wir nach der ersten Nacht im Österreichischen Hospiz auf und frĂŒhstĂŒckten dort - unmittelbar im arabischen Viertel der Jerusalemer Altstadt. 

 

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Um 7:30 Uhr begannen wir unseren Reisetag mit dem Passieren der vielen kleinen arabischen MĂ€rkte hin zum Tempelberg, der heutzutage ein wichtiger Ort des Islams ist. Dort befindet sich die al-Aqsa-Moschee sowie der Felsendom, die beide zentrale Bauwerke und Gebetsorte der Moslems umfassen. Der Name „Felsendom“ ist auch ein deutsches Unikat, denn die Übersetzung im englischen ist eigentlich „Dome of the Rock“, wobei der „Dome“ die Kuppel meint. 

 

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Als nĂ€chstes gingen wir zur Klagemauer („Western Wall“), dem höchsten jĂŒdischen Heiligtum. Die Klagemauer besteht aus einem StĂŒck der alten den Tempel umgebenden Stadtmauer. Wir hatten als Reisegruppe, die wie schon beim Zugang zum Tempelberg kontrolliert wurde, anschließend die Möglichkeit, selbst geschriebene WĂŒnsche, Anliegen oder Botschaften auf kleinen Zetteln in die Mauer hineinzustecken.

Was heute ebenfalls auf der Agenda stand, war ein Besuch der internationalen GedenkstÀtte inklusive dem Museum zum Holocaust Yad Vashem, etwas am Rand Jerusalems gelegen.

 

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Diese EindrĂŒcke waren sicherlich fĂŒr viele emotional, prĂ€gsam und zum Nachdenken anregend. Zuerst wurden wir durch die Ausstellung der ermordeten Kinder im Holocaust gefĂŒhrt, wo unter anderem die Namen der identifizierten Kinder allen Alters vorgelesen wurden. 

Es folgte das Hauptmuseum, in dem man durch den gĂ€nzlichen Verlauf der Geschichte in Europa gefĂŒhrt wurde - bis hin zur Massenvernichtung und der sogenannten „Endlösung“ der Juden. 

Die Bilder, Filme, GegenstĂ€nde und Texte, die wir dort gemeinsam ansehen konnten, waren erschĂŒtternd und bewegend. 

 

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Nach diesen Besuchen war dann Zeit fĂŒr Freizeit, das heißt, dass wir die Möglichkeit hatten, in kleinen Gruppen die Altstadt Jerusalems zu erkunden und die arabischen MĂ€rkte zu besuchen. Dabei besuchten wir alle möglichen LĂ€den und kauften auch gleich ein paar Souvenirs ein, nachdem wir zuvor das orientalische Restaurant gegenĂŒber unserer Unterkunft austesteten. 

Abends trafen wir uns wieder, um Abend zu essen und den heutigen Tag zu reflektieren.

17. Januar 2020

 

Am Freitag dem 17. Januar haben wir uns frĂŒh morgens um 7.30 Richtung Haifa auf den Weg gemacht. Dort sind wir erst auf einen Berg gefahren, von dem man eine gute Aussicht auf die Baha’I GĂ€rten und die Stadt sowie den Hafen hatte. Von dort aus ging es dann weiter zu der Kirche „Stella Maris“, die das Hauptkloster der Karmeliten ist. Zudem ist eine der vier spĂ€ter heilig gesprochenen Karmelitinnen Edith Stein, die auch in der Kirche auf einer der vier SĂ€ulen verewigt wurde.

 

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Anschließend ging es dann zu unserer Partnerschule dem „Leo Baeck Institut“, in der wir herzlich von einigen SchĂŒlern und Lehrern mit Keksen und Kaffee empfangen worden sind. Unter den Lehrern war der Schulrabbi, der uns ĂŒber die Reformjuden informiert hat und uns dann sogar seine Synagoge gezeigt hat. Diese war ein großer Kontrast zu der Synagoge, die wir am Vortag in Sufed gesehen hatten, da die Synagoge komplett anders aufgebaut war. Bei den Reformjuden sind die Frauen nĂ€mlich anders als bei den Orthodoxen gleichgestellt, sie sitzen also nicht getrennt von den MĂ€nnern und dĂŒrfen auch eine Kippa tragen und aus der Tora lesen. Dementsprechend haben sie sogar auch eine Bar Mitzwa. Die Synagoge hatte also keinen extra „Balkon“ fĂŒr die Frauen, die BĂ€nke waren eher wie in einem Kinosaal aufgebaut. Sehr interessant an der Synagoge war, dass sie sehr durch deutsche EinflĂŒsse geprĂ€gt war, weshalb Relikte aus der Nazizeit in ihr verbaut wurden, wie z.B. eine Tora aus Deutschland, die den Holocaust ĂŒberstanden hat und eine Schiene die damals nach Auschwitz gefĂŒhrt hatte. Dies sollte daran erinnern, dass diese schlimme Zeit fĂŒr die Juden zum GlĂŒck vorbei ist.

 

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Neben diesem Rabbi haben wir auch einen Israeli kennenlernen dĂŒrfen, der Eltern aus Darmstadt hatte, die kurz vor seiner Geburt nach Israel geflĂŒchtet sind. Er ist inzwischen 80 Jahre alt, aber reist trotzdem regelmĂ€ĂŸig nach Darmstadt, weshalb seit Jahren ein guter Kontakt zu unserer Schule besteht. Es war sehr eindrucksvoll wie er uns aus seinem Leben erzĂ€hlen konnte.


Daraufhin ergriffen die SchĂŒler das Wort. Erst gab es eine Art Speeddating, wĂ€hrenddem man gut ĂŒber verschiedene (vorgegebene) Themen ins GesprĂ€ch kommen konnte, dann mussten wir mit hebrĂ€ischen Worten Sketche vorbereiten um sie der Gruppe vorzustellen. Zuletzt sollten wir unseren Namen auf eine kleine Karte schreiben und die israelischen SchĂŒler haben unseren Namen dann auf hebrĂ€isch auf diese geschrieben.  Dabei war es sehr interessant zu sehen, wie unterschiedlich unsere Sprachen und Schriften sind.

 

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Schließlich hatten wir noch eine FĂŒhrung durch die sehr moderne Schule, wobei wir gemerkt haben, dass diese sehr viel grĂ¶ĂŸer ist als unsere. Beispielsweise hat sie ein eigenes Schwimmbad, wobei die Terasse mit dem Blick aufs Mittelmeer das Beneidenswertere war.


Nach dem Schulrundgang gab es leckeres israelisches Essen (Fladenbrot mit Falafel), bevor es dann wieder in den Bus zur Weiterfahrt nach Nazareth ging. Dort haben wir die VerkĂŒndigungskirche besichtigt, bei der besonders herausstechend war, wie viele verschiedene LĂ€nder beim Bau mitgewirkt haben, was man beim Anblick der vielen Mosaike die fĂŒr die unterschiedlichen LĂ€nder standen sehen konnte.


Nach der Besichtigung sind wir wieder nach Tabgha in unser Pilgerhaus gefahren, wo wir nach dem Abendessen unseren Tag reflektiert haben.


Lena & Lilli

18. Januar 2020

Heute ging es sehr frĂŒh los. Um halb 8 war Abfahrt mit gepackten Koffern und mit schwerem Herzen verließen wir Tabgha. Unser Ziel war Jerusalem, doch auf dem weg sahen wir noch vieles mehr. Unsere erste Station war Jericho, wo man GewĂŒrze kaufen konnte und einige ein Kamel geritten haben, wir hatten einen schöne Aussicht auf den Berg der VerklĂ€rung.

 

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Danach machten wir uns zur Taufstelle Jesu auf. Dies gestaltete sich als schwierig. Dadurch dass ein orthodoxer Feiertag war,waren wir damit nicht alleine. Folglich standen wir 2h im Stau bis wir zur Taufstelle vorfahren konnten. Die Zeit vertrieben wir uns durch Tanzen und Singen. An der Taufstelle Jesu angekommen waren wir ĂŒberwĂ€ltigt von den Massen an Menschen, die sich an das Ufern des Jordan drĂ€ngten. Nur schwer kamen wir ans Ufer des Flusses. Die religiösen Feierlichkeiten, dort abgehalten wurden lösten Euphorie bei den anderen Besuchern aus. Auf dem Weg zurĂŒck blieben wir fast in den Massen stecken.

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Danach fuhren wir nach Jerusalem weiter. Zuerst waren wir auf dem Ölberg um einen ersten Blick auf Jerusalem zu erhaschen. Dort waren wir auf einem jĂŒdischen Friedhof. Schließlich machten wir uns zum Garten Getsemane auf, wo wir zum einen die bis zu 2000 Jahre alten ÖlbĂ€ume bewundert haben und zum anderen die Dominus Flevit Kapelle besichtigt haben.

 

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Dann stand noch eine Besichtigung der Dormitio Abtei auf dem Zion an. Dort trafen wir auch auf Dominik, der der Patensohn von Frau Schumann ist. Er hat uns die Kapelle gezeigt, wo wir auch zusammen ein Lied angestimmt haben. Außerdem beantwortete er uns Fragen ĂŒber Jerusalem und gab uns so einen genaueren Einblick in das Leben Jersualems. Danach liefen wir durch die Altstadt Jerusalems zum Österreichischen Hospiz. Dort bezogen wir dann unsere Zimmer und schlossen die Abend mit der Abendrunde.

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16. Januar 2020

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Der Tag begrĂŒĂŸte uns mit einem wunderschönen Sonnenaufgang auf der gegenĂŒberliegenden Seite des Sees. Nach dem FrĂŒhstĂŒck fuhren wir nach Safed (zfad ausgesprochen), eine der vier heiligen StĂ€tten im Judentums. Unsere Reiseleiterin zeigte uns die wunderschöne Altstadt mit ihren KalksteinhĂ€usern und der Abuhav-Synagoge, die wir auch von innen besichtigen durften. Von dort aus liefen wir weiter zu einem Kunsthandwerksmarkt, der sich in einer langezogenen ĂŒberdachten Gasse befand. An deren Ausgang trafen wir auf eine Bar-Mizwa-Feiergesellschaft, die durch laute Musik auf sich aufmerksam gemacht hat. Sie waren auf dem Weg zur Synagoge  (an Bar  Mizwa dĂŒrfen die 13-jĂ€hringen Jungen das erste Mal aus der Thora lesen):  viele aus unserer Gruppe gingen ein kurzes StĂŒck mit und sangen und tanzten mit der Feiergesellschaft.
 
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Nach Safed fuhren wir weiter nach Caesaria Philippi, den Resten einer anktiken Stadt. Das Hauptmerkmal lag jedoch auch der Jordanquelle, eine große Grotte aus der das Wasser schießt.

Direkt neben ihr waren die Ruinen eines alten Tempels. Wir hatten an der Quelle die Möglichkeit Jordanwasser abzufĂŒllen, falls in der nĂ€chsten Zeit jemand aus dem Bekannten Kreis getauft wird. Nach drei Tagen hier in Israel bekommt man langsam das GefĂŒhl, wie wichtig Wasser fĂŒr die Menschen hier ist, da es nicht nahezu unbegrenzt zur VerfĂŒgung steht. 

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Generell fiel uns auf, dass uns sehr viel MilitĂ€r begegnete, was aber, wie wir spĂ€ter erfuhren, daran liegt, dass es ein Übungsgebiet fĂŒr die Eliteeinheit von Israel ist. Die PrĂ€senz hat aber auch eine Sicherheit vermittelt. So auch in Banias WasserfĂ€lle, an denen der Regen der letzten Tage den Bach zu einem reißenden GewĂ€sser gemacht hat. Man konnte so nah an den Wasserfall heran gehen das man durch die Gischt klatschnass werden konnte.
 
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Den Mittag haben wir in einer GaststĂ€tte verbracht die oberhalb eines drusischem Dorfes an einem See liegt. Die Drusen sind eine Minderheit, die sich im 11. Jahrhundert vom Islam abgespaltet  haben. Die MĂ€nner tragen weite Hosen, da die Drusen davon ausgehen, das der Messias von einem Mann geboren wird, und sie somit immer darauf vorbereitet sein wollen. Generell leben die Drusen sehr zurĂŒckgezogen und geben fast nichts preis. In dem Restaurant gab es mit ZiegenkĂ€se und Olivenöl gefĂŒllte pfannkuchenrtige Teigfladen. Diese drusische SpezialitĂ€t hat allen sehr geschmeckt.

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Daraufhin sind wir auf den Berg Bental "Sohn des FrĂŒhlings" gefahren, von dem man nach Syrien, Libanon und zum See Genezareth sehen kann. Dieses, durch die Medien weit entfernte Krisengebiet, mit eigenen Augen zu sehen,  war beeindruckend. Vorallem weil die Aussichtsplattform auf einer verlassenen MilitĂ€rstĂŒtzpunkt gebaut war. Dort oben wehte ein eisiger Wind, weshalb die wenigsten die Aussicht genießen konnten. Vor dem Abendessen waren wir in der Brotvermehrungkirche und haben die Vesper (den Abendgottesdienst) mit ihnen gefeiert.

 

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