Schulleben

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Mit Bedauern stellten wir heute Morgen fest, dass dies bereits unser letzter Tag an der Chaminade sein wird. Nach einem kurzen FrĂŒhsportprogramm (Mitsubishischieben), fuhren wir daher bereits frĂŒh zur Chaminade, um alles fĂŒr die Videokonferenz vorzubereiten. Da uns heute die Internetgötter wohlgesonnen waren, konnten wir auch schnell eine Verbindung herstellen.

 

Videokonferenz1 k

FĂŒr ungefĂ€hr 15 Minuten war es uns dadurch möglich bei guter Ton und weit weniger guter BildqualitĂ€t mit Verzögerungen von 10 bis mindestens 30 Sekunden eine Videokonferenz mit der ESS abzuhalten. Nach diesen 15 Minuten brach die Internetverbindung leider ein weiteres mal ab und wir nutzten die Zeit, um den malawischen SchĂŒlern eine PrĂ€sentation mit EindrĂŒcken von Darmstadt und der ESS zu zeigen, gefolgt von einem kurzen GesprĂ€ch mit der Schulleitung der Chaminade. 

 

 

Videokonferenz2 kAm Nachmittag erkundeten wir auf eigene Faust die Umgebung von Karonga. Eine Station war dabei der Soldatenfriedhof fĂŒr die Opfer des ersten und zweiten Weltkriegs, ein weiteres Merkmal der Kolonialzeit Malawis. Eine zweite Station war die Kathedrale St. Maries, die Bischofskirche des noch jungen Bistums Karonga. Die Kathedrale wurde durch ein Erdbeben stark beschĂ€digt und wurde nun als Kirche aufgegeben, eine neue Kathedrale befindet sich bereits im Bau. Abschließend unternahmen wir einen weiteren Versuch die berĂŒhmte malawische Chilisauce zu erwerben, leider blieben wir auch dieses Mal erfolglos. Der Verdacht keimte auf, dass die Chilisauce vor allem dadurch berĂŒhmt ist, dass sie auch in Malawi kaum zu bekommen ist. Unseren letzten Abend in Karonga verbrachten wir gemeinsam mit den Marianist-Brothers und der Schulleitung der Chaminade im Resort Maji Zuwa direkt am Malawisee. Maji Zuma Resort k

 

 

 

 

 

 

Die ca. 80 km zum Resort konnten wir dank unseres Fahrers Br. Given, der vor dem Eintritt in den Orden mit Sicherheit einmal professioneller Rennfahrer gewesen sein muss, in erstaunlich kurzer Zeit zurĂŒcklegen. In dem phantastischen Resort konnten wir die letzten Sonnenstunden bei einem Spaziergang am Sandstrand genießen.Maji Zuma k Den Abschluss unseres Abends und damit auch unseres Besuchs an der Chaminade bildete ein hervorragendes Abendessen mit karibischer AtmosphĂ€re. Zum Schluss wurden wir noch mit zahlreichen Geschenken, unter anderem die lang ersehnte malawische Chilisauce, und Mitbringseln fĂŒr die ESS ausgestattet und verabschiedeten uns herzlich von unseren Gastgebern. In wiederum erstaunlich kurzer Zeit fuhren wir zurĂŒck zu unserer moskitonetzummantelten Unterkunft und bereiteten alles fĂŒr die morgige Abreise vor.

Nach dem FrĂŒhstĂŒck, das wie immer ausgezeichnet von unserem Housekeeper Christopher vorbereitet wurde, fuhren wir wieder zur Chaminade. Auch die von den BĂ€umen regnenden Ameisen und fliegenden Insekten von der GrĂ¶ĂŸe eines Kleinvogels konnten uns dabei nicht aufhalten.

 

Englischunterricht kIn der Chaminade wurden wir bereits von Br. Given erwartet, der sich die Zeit nahm unsere zahlreichen Fragen zur Schule und zum malawischen Schulsystem mit viel Geduld zu beantworten. Nachdem die SchĂŒler gestern in der Schule angekommen sind, hatten wir heute die Gelegenheit den Unterricht an der Chaminade mitzuerleben.

 

Erdkunde, Biologie, Mathematik und Englisch waren die FĂ€cher, die wir beobachten konnten. So wurden unsere Kenntnisse in Geometrie auf die Probe gestellt, als wir Polygone untersuchten und den Winkelsummensatz bei Dreiecken erarbeiteten. Im Englischunterricht wurden vor dem Hintergrund von Oscar Wildes „The Importance of being Earnest“ die HeiratsmodalitĂ€ten in Malawi und Deutschland erörtert. Unterrichtsgegenstand in Erdkunde war die EinfĂŒhrung in die Humangeographie, es ging um die ZusammenhĂ€nge des Systems der Landwirtschaft. Die Bewegung der Tiere, insbesondere der Vögel, wurde im Biologieunterricht behandelt. Um sich der Thematik zu nĂ€hern wurde kurzzeitig der Unterricht nach draußen verlagert. Die Vögel auf dem Schulhof wurden begutachtet, bevor es dann mit dem gewohnten Unterrichtsschema weiterging.

 

Kinder kNachmittags besuchten wir dann die AusgrabungsstĂ€tten sĂŒdlich von Karonga. Unser Weg fĂŒhrte uns schnell abseits der befestigten Straßen und so konnten wir ein weiteres Mal echte afrikanische Sand- und Kiespisten erleben. Steile Anstiege, schmale Pfade und rissiger Untergrund prĂ€gten unsere Fahrt. Insgesamt unterlagen die Herausforderungen, die die Straße uns bieten konnte, aber den FahrkĂŒnsten von Martin Klein.

 

Malema Camp kAngekommen im Malema Camp, dem Basislager vieler Ausgrabungsexpeditionen, konnten wir die AtmosphĂ€re von archĂ€ologischen Abenteuern schnuppern. Samson, der Leiter des Camps, fĂŒhrte uns zu den Ausgrabungsstellen, an denen wir die Spuren der Expeditionen von Professor Friedemann Schrenk beobachten konnten, unter anderem die Fundstelle des berĂŒhmten „Malema Man“.

 

Schließlich fuhren wir off-road dem Sonnenuntergang entgegen...Off Road k

Auch dieser Tag begann wieder mit einem fabelhaft zubereiteten FrĂŒhstĂŒck, das uns mit einem LĂ€cheln von Christoper serviert wurde.Gut gestĂ€rkt fuhren wir zur Chaminade, um dort die geplante Videokonferenz durchzufĂŒhren. Leider machte uns das Internet einen Strich durch die Rechnung und trotz aller BemĂŒhungen konnte keine konstante Internetverbindung hergestellt werden. Daher wurde das Programm spontan geĂ€ndert und wir nutzten die Zeit fĂŒr ein weiteres GesprĂ€ch mit der Schulleitung der Chaminade. In dem GesprĂ€ch wurde ĂŒber die kĂŒnftige Entwicklung und Intensivierung der Kontakte der beiden Schulen gesprochen, auch ĂŒber mögliche finanzielle UnterstĂŒtzung.

 

FruehsportAls wir zurĂŒck zu unserer Moskitohochburg fahren wollten, sprang unser Mitsubushi Pajero plötzlich nicht mehr an. Erst nach intensivem Anschieben regte sich der Motor wieder, sodass eine Weiterfahrt möglich war.

 

 

 

 

 

Nach dieser Anstrengung gönnten wir uns eine kurze Pause in unserer Villa, bevor es mit einer „Shoppingtour“ weiterging.

 

Marktstand in KarongaMit UnterstĂŒtzung unseres Housekeepers Christopher stĂŒrzten wir uns also in die „Shopping Malls“ Karongas mit ihren vielen VerkaufsstĂ€nden am Straßenrand, den kleinen LĂ€den und den „UniversalgeschĂ€ften“, in denen praktisch alles zu bekommen ist. Bei unserem Streifzug durch unterschiedlichste LĂ€den konnten wir unsere Taschen mit einigen malawischen SpezialitĂ€ten fĂŒllen. Neben Erdnussmehl, Reis und Keksen können wir daher nun auch eine Flasche echten malawischen Gin unser eigen nennen. Die Suche nach der berĂŒhmt berĂŒchtigten malawischen Peri-Peri Chili Sauce blieb aber bis jetzt leider erfolglos.

 

Universalgeschaeft in Karonga

Die EindrĂŒcke des Marktbetriebs und Alltagslebens in Karonga werden uns aber mit Sicherheit in Erinnerung bleiben.

 

 

 

 

 

 

 

Gruppenbild mit GeneralvikarDen Ausklang des Tages bildete ein Abendessen zu dem wir von dem Generalvikar der Diözese Karonga eingeladen waren. Wir trafen uns ein einem Restaurant mit Blick auf den Malawisee zu einem Candlelightdinner (wieder einmal Stromausfall), bei dem wir zum wiederholten Mal den wirklich schmackhaften Chambo-Fisch aus dem Malawisee genießen konnten.

3. Tag

 

Christopher Fruehstuecks kMit einem opulenten FrĂŒhstĂŒck aus Toast, Eiern, Passionsfruchtmarmelade und lokalen FrĂŒchten begannen wir den Tag. Zubereitet wurde alles von unserem „Housekeeper“ Christopher und ergĂ€nzt durch Dosenjagdwurst aus der Heimat.

 

 

 

Eingangstor k

Danach fuhren wir zu unserem ersten Besuch an die „Chaminade Secondary School“. An der Schule trafen wir uns mit dem Schulleiter, seinem Stellvertreter und den Marianist-Brothers zu einem ersten GesprĂ€ch ĂŒber unser Programm im Lauf der Woche an der Chaminade.

 

 

Nach diesem GesprĂ€ch hatten wir eine kurze Begegnung mit dem Lehrerkollegium in dem aus unserer Perspektive ungewohnten „Lehrerzimmer“.Lehrerzimmer Chaminade k

 

 

 

 

 

 

 

 

Im Anschluss wurden wir ĂŒber das SchulgelĂ€nde gefĂŒhrt und erhielten erste EindrĂŒcke vom Schulleben in der Chaminade. GeprĂ€gt war dieser erste

Schultag nach den Ferien von der Ankunft der SchĂŒler aus allen Teilen Malawis. Im malawischen Schulsystem erfolgt nach dem Abschluss der achtjĂ€hrigen Elementary School eine Auswahl durch die nationale Schulbehörde. Nur den besten SchĂŒlern wird der Besuch einer Secondary School ermöglicht und dann mĂŒssen die SchĂŒler die SchulgebĂŒhren aufbringen, denn die staatlichen ZuschĂŒsse decken nicht annĂ€hernd die Ausgaben der Schule. Aktuell belaufen sich die SchulgebĂŒhren fĂŒr einen SchĂŒler in der Chaminade auf 150.000 MWK (ca. 350€) pro Jahr.


Gemuesegarten kDa heute noch kein Unterricht stattfand, war das Hauptthema unserer SchulfĂŒhrung die Versorgung der Schule mit Wasser, Strom, Unterrichtsmaterialien und Essen fĂŒr die SchĂŒler. Da es sich bei der Chaminade um eine Boarding School handelt, bei der die SchĂŒler in der Schule wohnen, gehören SchlafrĂ€ume und KĂŒche zur Ausstattung der Schule. Die Essensversorgung stellt manchmal aufgrund von Nahrungsmittelmangel in Malawi ein Problem dar, heute allerdings konnten wir gut gefĂŒllte VorratsrĂ€ume betrachten. In der Schule wird fĂŒr die SchĂŒler gekocht und auch GemĂŒse angebaut. Außerdem kann man auf dem SchulgelĂ€nde Ziegen und HĂŒhner antreffen, eine schuleigene Schweinezucht befindet sich auch in Planung.

Ein weiteres Problem stellt die Wasserversorgung dar. Obwohl die Schule einen eigenen Regenwasserspeicher und einen Brunnen besitzt und auch an das regionale Versorgungssystem angeschlossen ist, reicht das Wasser manchmal nicht und die daraus entstehenden Kosten sind eine große Schwierigkeit fĂŒr die Finanzierung der Schule.

 

Dinosaurs Democracy kNach einem gemeinsamen Mittagessen mit den Marianist-Brothers besuchten wir das „Cultural & Museum Center“ in Karonga und die Ausstellung „From Dinosaurs to Democracy“.Das Museum wurde von Professor Friedemann Schrenk aufgebaut, der uns auch den Kontakt zur Chaminade vermittelte. Themen der Ausstellung sind zum Einen die Ausgrabungen und Funde in Malawi und der Umgebung, und zum Zweiten AuszĂŒge aus der Geschichte Malawis und seiner Entwicklung bis heute. Mit einem Spaziergang entlang des Malawisees und einem weiteren ausgezeichneten Abendessen beendeten wir dann auch diesen eindrucksvollen Tag.