Schulleben

News

Nach dem FrĂŒhstĂŒck, das wie immer ausgezeichnet von unserem Housekeeper Christopher vorbereitet wurde, fuhren wir wieder zur Chaminade. Auch die von den BĂ€umen regnenden Ameisen und fliegenden Insekten von der GrĂ¶ĂŸe eines Kleinvogels konnten uns dabei nicht aufhalten.

 

Englischunterricht kIn der Chaminade wurden wir bereits von Br. Given erwartet, der sich die Zeit nahm unsere zahlreichen Fragen zur Schule und zum malawischen Schulsystem mit viel Geduld zu beantworten. Nachdem die SchĂŒler gestern in der Schule angekommen sind, hatten wir heute die Gelegenheit den Unterricht an der Chaminade mitzuerleben.

 

Erdkunde, Biologie, Mathematik und Englisch waren die FĂ€cher, die wir beobachten konnten. So wurden unsere Kenntnisse in Geometrie auf die Probe gestellt, als wir Polygone untersuchten und den Winkelsummensatz bei Dreiecken erarbeiteten. Im Englischunterricht wurden vor dem Hintergrund von Oscar Wildes „The Importance of being Earnest“ die HeiratsmodalitĂ€ten in Malawi und Deutschland erörtert. Unterrichtsgegenstand in Erdkunde war die EinfĂŒhrung in die Humangeographie, es ging um die ZusammenhĂ€nge des Systems der Landwirtschaft. Die Bewegung der Tiere, insbesondere der Vögel, wurde im Biologieunterricht behandelt. Um sich der Thematik zu nĂ€hern wurde kurzzeitig der Unterricht nach draußen verlagert. Die Vögel auf dem Schulhof wurden begutachtet, bevor es dann mit dem gewohnten Unterrichtsschema weiterging.

 

Kinder kNachmittags besuchten wir dann die AusgrabungsstĂ€tten sĂŒdlich von Karonga. Unser Weg fĂŒhrte uns schnell abseits der befestigten Straßen und so konnten wir ein weiteres Mal echte afrikanische Sand- und Kiespisten erleben. Steile Anstiege, schmale Pfade und rissiger Untergrund prĂ€gten unsere Fahrt. Insgesamt unterlagen die Herausforderungen, die die Straße uns bieten konnte, aber den FahrkĂŒnsten von Martin Klein.

 

Malema Camp kAngekommen im Malema Camp, dem Basislager vieler Ausgrabungsexpeditionen, konnten wir die AtmosphĂ€re von archĂ€ologischen Abenteuern schnuppern. Samson, der Leiter des Camps, fĂŒhrte uns zu den Ausgrabungsstellen, an denen wir die Spuren der Expeditionen von Professor Friedemann Schrenk beobachten konnten, unter anderem die Fundstelle des berĂŒhmten „Malema Man“.

 

Schließlich fuhren wir off-road dem Sonnenuntergang entgegen...Off Road k

Tag 1:

Die endlose ReiseUnterwegs mit unserem Fahrer Syles


Nachdem schließlich die Tonnen von GepĂ€ck eingecheckt waren bestand die TĂ€tigkeit der nĂ€chsten 22 Stunden in der Hauptsache aus sitzen. WĂ€hrend die 12 Stunden Flug nicht anders abliefen als man es gewohnt ist, war die 600 km Autofahrt von Lilongwe nach Karonga schon ein Erlebnis.


Dazu muss man wissen, das in Zentralafrika sich Alles auf der Straße befindet: FußgĂ€nger, Massen von Radfahrern, HĂŒhner, Ziegen, Schweine, KĂŒhe, Schlaglöcher von der GrĂ¶ĂŸe eines Kleinwagens, große und kleine LKWs in fragwĂŒrdigem Zustand aber fast immer komplett ĂŒberladen. Auch der Linksverkehr und die reichlichen Polizeisperren machen die Fahrt nicht langweilig.


GlĂŒcklicherweise hatten wir mit Syles einen begnadeten Fahrer, der mit den lokalen UmstĂ€nden bestens vertraut war und mit dem GelĂ€ndewagen und der Hupe hervorragend umgehen konnte.


Als wir nach vielen Stunden , nachdem die Sonne sprichwörtlich vom Himmel gefallen war, in Karonga eingelaufen sind, bezogen wir unsere MalariamĂŒckenfestung.

 

Aussenansicht Unterkunft k

Innenansicht Unterkunft

 

 

 

 

 

 

 

 

Die ehemalige Kolonialvilla war außen komplett mit MĂŒckengitter abgedichtet, trotzdem hatte jedes Fenster und jede TĂŒr im Haus noch zusĂ€tzliche MĂŒckengitter. Zu jedem Bett gehörte dann auch noch ein MĂŒckennetz, sodass es schon eines hartnĂ€ckigen Moskitos bedĂŒrfte all diese Barrieren zu ĂŒberwinden. Und als zusĂ€tzliches Hemmnis „Antibrumm forte“ mit dem wir uns reichlich einsprĂŒhten. Dank des phasisch rezeptiven Geruchssinns konnten wir uns trotzdem noch riechen.

 


Tag 2:

Genauso schnell wie sie abends um 18 Uhr unter gegangen ist geht sie pĂŒnktlich um 6 Uhr morgens auch wieder auf. Da wir versuchten um 8 Uhr morgens eine Messe der Diözese von Karonga mit zu erleben, gab es nur ein schnelles FrĂŒhstĂŒck und schon ging es los. Über die unsbereits bekannten malawischen Straßen fuhren wir ein paar Kilometer außerhalb von Karonga zur Kirche St. Joseph. Erst bei unserer Ankunft erfuhren wir aber, dass es in dieser Woche gar keine englischsprachige Messe gibt. So konnten wir aber bei den Vorbereitungen und der Chorprobe fĂŒr die Messe im lokalen Bantu-Dialekt, Chitumbuka, teilnehmen und im Anschluss auch mitfeiern. Die Dauer von zwei Stunden, die vielen GesĂ€nge, Trommeln und TĂ€nze und eine persönliche BegrĂŒĂŸung, bei der wir jeder einzeln vorgestellt wurden, waren fĂŒr uns auf jeden Fall eine neue Erfahrung.Gruppenbild mit Bischof Mtumbuka

Dabei trafen wir durch Zufall Edward Luhanga, unsere Hauptkontaktperson zu Chaminade und den BischofssekretĂ€r. Diesem glĂŒcklichen Umstand verdankten wir eine Audienz bei Martin Mtumbuka dem Bischof der Diözese Karonga. Dem wir dann mit GrĂŒĂŸen den Brief von Karl Kardinal Lehmann ĂŒberbrachten. Der Bischof ist ein Ă€ußerst angenehmer Mensch mit hervorragenden Ansichten die sich mit unseren deckten. Er setzt auf gesellschaftliche Entwicklung durch Bildung insgesamt und insbesondere Bildung an katholischen Schulen in seinem Bistum. Bischof Mtumbuka reist noch in dieser Woche nach Deutschland, falls er im nĂ€chsten Jahr wieder nach Deutschland reisen sollte, haben wir ihn bereits nach Darmstadt und an die ESS eingeladen. Über diese Einladung hat er sich sehr gefreut und die Einladung dankend angenommen.

ZurĂŒck in der ESS-Außenstelle Karonga erwartete uns ein Candlelightdiner (Stromausfall...) aus grĂ€tenreichem Jambofisch, Nudeln und einer lokalen SpezialitĂ€t, „Pumpkin leafs and Peanut Flowers“.

3. Tag

 

Christopher Fruehstuecks kMit einem opulenten FrĂŒhstĂŒck aus Toast, Eiern, Passionsfruchtmarmelade und lokalen FrĂŒchten begannen wir den Tag. Zubereitet wurde alles von unserem „Housekeeper“ Christopher und ergĂ€nzt durch Dosenjagdwurst aus der Heimat.

 

 

 

Eingangstor k

Danach fuhren wir zu unserem ersten Besuch an die „Chaminade Secondary School“. An der Schule trafen wir uns mit dem Schulleiter, seinem Stellvertreter und den Marianist-Brothers zu einem ersten GesprĂ€ch ĂŒber unser Programm im Lauf der Woche an der Chaminade.

 

 

Nach diesem GesprĂ€ch hatten wir eine kurze Begegnung mit dem Lehrerkollegium in dem aus unserer Perspektive ungewohnten „Lehrerzimmer“.Lehrerzimmer Chaminade k

 

 

 

 

 

 

 

 

Im Anschluss wurden wir ĂŒber das SchulgelĂ€nde gefĂŒhrt und erhielten erste EindrĂŒcke vom Schulleben in der Chaminade. GeprĂ€gt war dieser erste

Schultag nach den Ferien von der Ankunft der SchĂŒler aus allen Teilen Malawis. Im malawischen Schulsystem erfolgt nach dem Abschluss der achtjĂ€hrigen Elementary School eine Auswahl durch die nationale Schulbehörde. Nur den besten SchĂŒlern wird der Besuch einer Secondary School ermöglicht und dann mĂŒssen die SchĂŒler die SchulgebĂŒhren aufbringen, denn die staatlichen ZuschĂŒsse decken nicht annĂ€hernd die Ausgaben der Schule. Aktuell belaufen sich die SchulgebĂŒhren fĂŒr einen SchĂŒler in der Chaminade auf 150.000 MWK (ca. 350€) pro Jahr.


Gemuesegarten kDa heute noch kein Unterricht stattfand, war das Hauptthema unserer SchulfĂŒhrung die Versorgung der Schule mit Wasser, Strom, Unterrichtsmaterialien und Essen fĂŒr die SchĂŒler. Da es sich bei der Chaminade um eine Boarding School handelt, bei der die SchĂŒler in der Schule wohnen, gehören SchlafrĂ€ume und KĂŒche zur Ausstattung der Schule. Die Essensversorgung stellt manchmal aufgrund von Nahrungsmittelmangel in Malawi ein Problem dar, heute allerdings konnten wir gut gefĂŒllte VorratsrĂ€ume betrachten. In der Schule wird fĂŒr die SchĂŒler gekocht und auch GemĂŒse angebaut. Außerdem kann man auf dem SchulgelĂ€nde Ziegen und HĂŒhner antreffen, eine schuleigene Schweinezucht befindet sich auch in Planung.

Ein weiteres Problem stellt die Wasserversorgung dar. Obwohl die Schule einen eigenen Regenwasserspeicher und einen Brunnen besitzt und auch an das regionale Versorgungssystem angeschlossen ist, reicht das Wasser manchmal nicht und die daraus entstehenden Kosten sind eine große Schwierigkeit fĂŒr die Finanzierung der Schule.

 

Dinosaurs Democracy kNach einem gemeinsamen Mittagessen mit den Marianist-Brothers besuchten wir das „Cultural & Museum Center“ in Karonga und die Ausstellung „From Dinosaurs to Democracy“.Das Museum wurde von Professor Friedemann Schrenk aufgebaut, der uns auch den Kontakt zur Chaminade vermittelte. Themen der Ausstellung sind zum Einen die Ausgrabungen und Funde in Malawi und der Umgebung, und zum Zweiten AuszĂŒge aus der Geschichte Malawis und seiner Entwicklung bis heute. Mit einem Spaziergang entlang des Malawisees und einem weiteren ausgezeichneten Abendessen beendeten wir dann auch diesen eindrucksvollen Tag.