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GK Technik 3: „Maschinenakustik“

In den ersten der vier Veranstaltungen im Fachgebiet „Systemzuverlässigkeit, Adaptronik und Maschinenakustik“ (Prof. Melz) lernten wir in einem Vortrag von Herrn Dr. Adams die Inhalte der „Maschinenakustik“ und wichtige Zusammenhänge bei der Schallentstehung, Größen zur Schallmessung und Möglichkeiten zu Reduzierung von „Lärm“ kennen.

Der Höhe­punkt der Veranstaltung war die DurchfĂĽhrung und Auswertung einer umfangreichen Schallmessung mit einem Vergleichs-Schallgerät. Bei der Messung verwende­ten wir eine PP-Sonde, die wir an 45 durch ein Netz von SchnĂĽren (siehe Foto) genau festgelegten Messpunkten auf der Oberfläche eines WĂĽrfels aus Holzleisten positionieren mussten, in dem sich die Schallquelle befand. Mit der riesigen Menge von Daten konnten wir am letzten Termin in einem komplizierten Verfahren mit einem Computerprogramm die Schallleistung der Schallquelle berechnen.

Etwas abseits der sehr zeitaufwändigen Messungen war aber auch viel Spaß dabei.

03 MessAnordnung h85 a

 

04 Schallanalyse h85 a

 

GK Technik 4: „Programmierung von LEGO-Robotern“

Am 20.11.2019 trafen wir uns um halb neun Uhr morgens in der Merckstraße gegenüber des Jugendstilbades beim „Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik“ (Prof. Schürr), wo wir in einen wunderschönen Kellerraum gingen, in dem sich neben einer Menge Computern und einigen LEGO-Robotern auch drei uns unterstützende Tutor/innen unter Leitung von Herrn David Botschek befanden. Nach einer kurzen Einführung in die Forschungs-Aktivitäten des Fachbereichs begann die Programmierung mit Java.

Die erste Aufgabe hieĂź „Wand-Ping-Pong“. Dazu sollten wir einen Roboter so programmieren, dass er selbst­ständig eine Wand erkennt, dann ein StĂĽck zurĂĽcksetzt, sich um 180 Grad dreht und wieder losfährt. Weitere Aufgaben bestanden darin, zwei Roboter in einem bestimmten Abstand gera­deaus hintereinander her fahren zu lassen, wobei der Vordere immer wieder seine Ge­schwindigkeit ändert, also eine Aufgabe, die in der Praxis beim autonomen Abstandhalten von Autos bedeutsam ist.

Eine sehr interessante Aufgabenstellung war die Programmierung eines „Mähroboters“. Dieser sollte die farbliche Veränderung des Untergrundes erkennen und sich beim Erreichen des Randes so drehen, dass er in der abgeklebten Fläche bleibt (siehe Foto).

08 Maehroboter

Man konnte auĂźerdem versuchen, den Ro­botern tanzen beizubringen (Cha-Cha-Cha: „Verfolgung“).

Besonders das Programmieren und an­schlieĂźende Ausprobieren, ob die Roboter auch machen, was man sich so gedacht hat, fanden wir sehr unterhaltsam, auch wenn es manchmal nicht so richtig geklappt hat. Gelegentlich konnten Fehler nur mit ei­nem Neustart behoben werden, wobei das dann nicht an uns lag. Beim Programmieren selbst meldete uns Java in 90% der Fälle, dass wir mal wieder ein Semikolon verges­sen hatten, oder dass sich ein Import auto­matisch eingefĂĽgt hatte, der da nicht hingehörte.

07 Gruppenbild h85 a

Schön, reich und berühmt?

Wo will ich hin mit meinem Leben?

Gaben - Träume - Ziele

Ohne Corona-Pandemie hätten 24 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 10 und 11 diese Fragen mittlerweile beantworten können. Wir würden nämlich heute aus der "Mühle Bachprinz" in Ober-Modau von den Besinnungstagen unter diesem Thema zurückkommen. (Die Mühle hieß im vergangenen Jahr noch "Mühle Regenbogen", hat jetzt den Träger gewechselt und erstrahlt in neuem Glanz.)

Vielleicht hat ja die weltweite gesellschaftliche Zwangs-Vollbremsung durch Corona dazu beigetragen, dass noch mehr Menschen sich solche Fragen stellen. Was ist eigentlich wichtig im Leben? Welche Normen und Werte prägen mich? Welche Fähigkeiten, Interessen und Neigungen habe ich? Was von all dem ist gut für mich und die Welt um mich herum? Wovon sollte ich mich lieber verabschieden? Oder sogar befreien?

Vielleicht könnt ihr euch heute oder in den nächsten Tagen mal Zeit nehmen, euch ein paar Gedanken zu diesen Fragen zu machen.

Wo will ich hin mit meinem Leben? Um Klarheit über diese Frage zu bekommen, kann es hilfreich sein, das Leben von seinem Ende her zu denken: Wer möchte ich gewesen sein? Was sollen die Menschen, denen ich begegnet bin, einmal über mein Leben sagen? Der Sozialpsychologe Harald Welzer von der Stiftung FUTURZWEI sieht in dieser Frage den Ansatz für positive Veränderungen im persönlichen und im gesellschaftlichen Leben. Auch mein Trompetenlehrer hat immer gesagt: Stell dir vor, wie du klingen möchtest und verzettel dich nicht in technischen Einzelheiten!

Vom Ende her denken: Auch die Bibel kennt diesen Ansatz. Paulus schreibt dazu: Denn wir alle mĂĽssen vor dem Richterstuhl Christi offenbar werden (2. Korinther 5, 10).

Also: Traut euch, euren Träumen zu vertrauen! Schönheit, Reichtum und Ruhm haben viele Dimensionen und sehen vielleicht ganz anders aus, als in Hochglanzbroschüren zu sehen ist.

Euer Thomas Kluck

Und hier noch ein Link zu regionaler Musik aus meiner Jugend zum Thema.

Jahresbericht vom „Grundkurs Technik“ im Schuljahr 2019/20

Der „Grundkurs Technik“ bietet SchĂĽlerinnen und SchĂĽlern der ESS seit dem Schuljahr 2009/10 Jahren die Möglich­keit, insbesondere im Rahmen der „Bildungspartnerschaft der ESS mit der TU Darmstadt“ erste Einblicke in technische Studiengänge an der TU und in Einzelfällen durch Kooperation mit Firmen (Deutsche Bahn, Fa. Merck, CDM Smith) oder Institutionen (Deutscher Wetterdienst) auch in die technische Arbeitswelt zu gewinnen.

Auch in diesem Jahr wurde mit Dozenten unterschiedlicher Disziplinen unter der Leitung von Herrn Dr. Schmitt und Herrn Böhnke und mit Unterstützung durch Herrn Kellner ein vielfältiges Programm mit vielen externen Veranstaltungen und Vorträgen an der ESS organisiert.

An dieser Stelle ein ganz großes Dankeschön an alle, die in den letzten Jahren durch Ihr Engagement dieses sehr spezielle und interessante Angebot für die Schülerinnen und Schüler unserer Schule erst möglich gemacht haben.

Der folgende dreiteilige Bericht, der in wesentlichen Teilen von den neun Kursteilnehmer/innen selbst verfasst wurde, soll einen kleinen Einblick in das sehr interessante Jahresprogramm liefern.

Auch im nächsten Schuljahr soll der Kurs wieder angeboten werden, aber wegen der Corona-Pandemie ist bisher keine konkrete Planung möglich gewesen, da im Moment noch völlig unklar ist, in welchem Umfang demnächst wieder Präsenzveranstaltungen an der TU Darmstadt durchgeführt werden können.

Von Schüler/innen des GK Technik, Herrn Dr. Schmitt und Herrn Böhnke

GK Technik 1: „Flugmechanik“

Der erste Termin an der TU Lichtwiese wurde von Herrn Pascal Menner, einem wissenschaftlichen Mitarbeiter am „Institut für Flugsysteme und Regelungstechnik“ (Prof. Klingauf) geleitet. Nach einer Vorstellung der verschiedenen Bereiche der Flugmechanik wurden die physikalischen Grundlagen des Fliegens theoretisch und an einem Modell vorgestellt.

Das absolute Highlight war aber ein „Flug“ im Flugsimulator, der mit dem echten Cockpit eines zweisitzigen Leichtflugzeugs (siehe Foto) am Institut selbst aufgebaut wurde.

Von den realen Instrumenten im Cockpit werden die Steuersignale des Piloten in einen Computer ĂĽbertragen, vom Simulationsprogramm werden mit den gespeicherten Flugeigenschaften des speziellen Flugzeugs die Flugzeugbewegungen vorausberechnet und das resultierende Umgebungsbild wird von mehreren Beamern auf eine gekrĂĽmmte Leinwand projiziert.

Im Flugsimulator haben wir Experimente zum „Gleitflug“ bei verschiedenen Fluggeschwindigkeiten durchgefĂĽhrt. Allerdings hatten wir auch Zeit, um den Start und die Landung auf nahezu allen Flugplätzen der Welt durchzufĂĽhren - das Foto zeigt zum Beispiel den Landeanflug auf den August-Euler-Flugplatz in Griesheim. Dies hat viel SpaĂź gemacht und war eine komplett neue Erfahrung. Erstaunlich war die groĂźe Realitätsnähe des Si­mulators, denn bei Lenkbewegungen fĂĽhlte es sich so an, als wĂĽrde sich das Cockpit neigen und bei einem Absturz hatte man das GefĂĽhl, man wĂĽrde diesen in der Realität erleben.

01 Flugsimulator h85

GK Technik 2: „Statik“

An vier Freitagen waren wir „Gaststudenten“ im Fachbereich „Bau- und Ingenieurwissenschaften“. Die wissenschaftlichen Mitarbeiter Timon Peters und Amir Chhadeh am „Institut für Statik und Konstruktion“ (Prof. Schneider) hielten für uns Vorlesungen zum Thema Kräfte, Spannungen und Materialeigenschaften (spröde, duktil,…) und stellten uns z.B. Experimente zu Resonanz und Versagen von Bauteilen vor, was ziemlich genau auf unseren Technikkurs zutraf, da die Themen auf große Resonanz trafen. Das Phänomen der Resonanz wurde uns ganz praktisch am Beispiel einer hinter dem Bauingenieurgebäude aufgebauten Betonbrücke veranschaulicht, über die wir allein oder zu mehreren laufen sollten. Es war sehr erstaunlich, wie stark die massive Brücke zu schwingen begann, als wir im gleichen Rhythmus liefen – es fühlte sich so an, als ob es ein Erdbeben geben würde.

PapierbrueckeAm letzten Termin erhielten wir zur Anwendung unserer gewonnenen Kenntnisse der „Statik von Fachwerken“ die anspruchsvolle Aufgabe, nur aus Papier, Tesa und einer BĂĽroklammer in Kleingruppen eine BrĂĽcke zu bauen. Diese sollte eine Länge von mindestens 50cm haben, was schon die erste Herausforderung war, da ein Pa­pierbogen des Formats A3 nur 42cm lang ist. Der Wettbewerb hat viel SpaĂź gemacht und nach knapp zwei Stunden ka­men drei Lösungsvorschläge zu­stande. Es war verwunderlich, dass die „SiegerbrĂĽcke“  ein Gewicht von 2,8 Kilogramm tragen konnte.

 

Taizé – in diesem Jahr nur in der Phantasie.Taize

In dieser Woche sind eigentlich Besinnungstage für die Oberstufe. Wir wären mit 50 Leuten aus der E-Phase und der Q2 nach Taizé gefahren. Ein Bus voller Zelte, Isomatten, Rucksäcke und Campingstühle wäre beladen worden, wir wären eingestiegen, hätten uns nebeneinander gesetzt, miteinander geschwätzt und gelacht und uns auf die Tage in Taizé gefreut.

Taizé ist ein Ort im Burgund in Frankreich, an dem seit vielen Jahrzehnten eine Gemeinschaft von Brüdern in ökumenischer Verbundenheit lebt. Gemeinsames Beten, Singen und Schweigen sind die Herzstücke dieser Gemeinschaft.

Während des ganzen Jahres kommen Jugendliche und Erwachsene aus der ganzen Welt nach Taizé, um dort Ruhe zu finden und in Gottes Geist zusammenzuleben. Die wohlbekannten Taizélieder, 3 Gottesdienste am Tag, gemeinsame Mahlzeiten, Arbeitseinsätze und Gesprächsgruppen prägen den Tagesablauf.

Wir als Edith-Stein-Schülerinnen und Schüler hätten in dieser Woche teilgehabt an der großen Gemeinschaft in der Suche nach Jesu Nähe und Liebe. Wir wären gestärkt zurückgekommen.

In diesem Jahr aber bleiben wir daheim. In diesem Jahr ist physische Gemeinschaft eher bedrohlich, ist Singen angeblich gefährlich und die dicht gedrängten Gottesdienste sind nicht möglich. In diesem Jahr erleben wir die Gemeinschaft von Taizé nur in unserer Phantasie.

Vielleicht ist das aber auch eine gute Erfahrung. Vielleicht nehmen wir uns die Ruhe, die uns sonst nicht möglich ist. Vielleicht werden wir still und singen und beten für uns selbst. Vielleicht erfahren wir auch ohne den realen Ort Taizé, dass Gottes Geist mit uns ist. Auch in diesen Corona-Zeiten.

Die Erfahrung der Nähe Gottes wünsche ich allen Schülerinnen und Schülern, die mit uns gefahren wären, aber auch unserer ganzen Schulgemeinde.

Dorothee Modricker-Köhler

PS: Auf der Website von Taize findet ihr auch einen Podcast oder den Ablauf eines Gottesdienstes. Einfach anklicken: https://www.taize.fr/de