Informationen der Schulleiterin. Stand Montag, 31. März 2025.
Rückblick Pädagogischer Tag – Gesetzesvorhaben Handyverbot an hess. Schulen – Austausche und Besuche – 2. Mai = Unterricht - Vortragsangebot
Liebe Eltern,
liebe Schülerinnen und Schüler,
in meinem heutigen Rundschreiben möchte ich Sie wie gewohnt über zentrale Themen, die uns im Schulalltag begleiten und beschäftigen, informieren, ebenso wie über aktuelle Termine und andere wichtige Ereignisse.
Unser pädagogischer Tag, am 12. März, hatte in diesem Jahr den Titel „Pädagogisches Handeln in einer sich wandelnden Zeit“.
Was war damit gemeint? Zunächst unsere (und vielleicht auch Ihre) deutliche Wahrnehmung, dass sich das Heranwachsen unserer Kinder und Jugendlichen in und nach der Pandemie-Zeit deutlich unterscheidet von der Zeit davor. Dafür gibt es viele Gründe, wie zum Beispiel eine gewisse psychische Angegriffenheit, auch eine aus den Anstrengungen dieser Zeit resultierende größere Erschöpfung (im Übrigen nicht nur bei den Jugendlichen), sowie eine veränderte Freizeitgestaltung und umfassendere Mediennutzung.
Um mit einer etwas konkreteren Datengrundlage in diesen pädagogischen Tag starten zu können, hatten wir vorher unter den Lehrkräften eine Umfrage gemacht, in der wir ganz konkret nach den Stärken der Schüler*innen gefragt haben, aber auch nach solchem Verhalten, welches uns bedenklich stimmt.
Die Ergebnisse sind in der Gesamtschau erfreulich, attestieren doch die Kolleginnen und Kollegen der Gesamtschülerschaft ein gutes bis sehr gutes Sozialverhalten. Bei den Stärken wurden unter anderem genannt, dass die Kinder und Jugendlichen begeisterungsfähig, mitteilsam, offen und vertrauensvoll sind, außerdem engagiert und verantwortungsbewusst und eben aber auch leistungsbereit. Diese Beiträge aus den Freitexten wurden ergänzt durch anwählbare vorgegebene Stärken wie „Sie haben einen Blick für Situationen, in denen es ihrer Hilfe bedarf und helfen dann“ oder auch „Sie sind respektvoll gegenüber Gleichaltrigen und Erwachsenen“.
Alle diese Stärken werden erwartungsgemäß im Verlauf eines „Schülerlebens“ weiter ausgebaut und verfestigt – mit einer Ausnahme: der Pünktlichkeit. Dies deckt sich mit unseren Beobachtungen, denn gefragt nach den weniger erfreulichen Verhaltensweisen waren das „wiederholte Zuspätkommen“ und die mit zunehmendem Alter steigende Bereitschaft, Unterricht ganz ausfallen zu lassen (=Schwänzen), die beiden Punkte, die am häufigsten benannt wurden. Typische pubertäre Verhaltensweisen wie „Kraftausdrücke verwenden“, oder „jemanden beleidigen“ haben ihre Höhepunkte der Häufigkeit in der Altersstufe 7-10 und nehmen danach spürbar ab.
Ebenso war es mir aber ein Anliegen, den Fokus darauf zu lenken, dass selbst das soeben benannte Fehlverhalten nur von einer kleinen Gruppe von Schüler*innen gezeigt wird. Hier sprechen wir bei den Kleinsten (Klasse 5 und 6) sowie bei der Mittelstufe (Klasse 7-10) von circa 10 % der Schüler*innen, in der gymnasialen Oberstufe sind es nach Einschätzung der Lehrkräfte nur noch vereinzelte Schüler*innen.
Und dennoch: Es macht uns zunehmend Sorge, dass klassische Tugenden wie Pünktlichkeit oder das zuverlässige Wahrnehmen von Pflichten (z.B. Klausurterminen) spürbar nachlässt und wir sind bereit und willens, gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen Wege zu finden, die es diesen erleichtert, entsprechend zu handeln. Nur so kann ein gemeinsames Arbeiten, Lernen und Lehren für alle Beteiligten angenehm bleiben.
Ein weiteres Themenfeld beschäftigt uns seit einigen Monaten intensiv: die Beobachtung, dass vereinzelt Schüler (bisher nur von Jungs bekannt) solche Witze und Bilder teilen bzw. Symbole verwenden, die sie (je nach Alter) als witzig empfinden oder auch provokativ meinen, vereinzelt vielleicht sogar aus Überzeugung verwenden, welche strafrechtliche Relevanz haben.
Hier spreche ich von antisemitischen, volksverhetzenden oder ausländerfeindlichen Memes, Bildern, etc. Obwohl die Kommunikation in sozialen Medien die Schule per se nichts angeht, weil es sich dabei um die Privatwelt der Kinder und Jugendlichen handelt, müssen daraus resultierende Konflikte oder Irritationen bei den Mitschüler*innen, die so etwas mitbekommen und sich dagegen wehren wollen, in der Schule aufgearbeitet werden. Abgesehen davon stellen wir uns jederzeit und aus voller Überzeugung gegen jede Art von Diskriminierung, weil es zu unserer schulischen Identität gehört, dies zu tun!
Beeindruckend in diesem Zusammenhang war insbesondere der Impulsvortrag einer Mitarbeiterin von „KOREX – Kompetenzzentrum Rechtsextremismus“ des Verfassungsschutzes, die uns sachlich und nüchtern über die neue Rechte in den sozialen Medien informiert hat. Auch denjenigen unter uns, die selbst regelmäßige Nutzer solcher Apps sind, wurde zu manchem Aspekt die Augen geöffnet. Und was wir dann sehen, muss uns als Pädagogen, die wir Kinder und Jugendliche begleiten, erziehen und unterrichten, sehr besorgt stimmen.
Auch deshalb hat sich in der Präventionsgruppe, die seit Jahrzehnten an der Edith-Stein-Schule die unterschiedlichen Blickwinkel auf Präventionsarbeit wahrnimmt, ein neuer Teilbereich gegründet, den der „Prävention von Diskriminierung“. Dieser nimmt ganz bewusst nicht nur die oben angesprochenen strafrechtlich relevanten Diskriminierungen in den Blick, sondern zum Beispiel auch Frauenfeindlichkeit, die wie Sie vielleicht selbst schon beobachten konnten, nicht nur in den sozialen Medien wieder auf dem Vormarsch ist.
Das Gesetzesvorhaben der Landesregierung in Hessen, ab dem nächsten Schuljahr den privaten Handy-(und Tablet-)gebrauch mit Ausnahme einiger weniger Sonderregelungen (z.B. für die Oberstufe) zu verbieten, stieß in der Presse von allen Seiten auf Reaktionen, die geradezu stereotyp mit „Ja, aber“ begonnen haben. Ich möchte deutlich sagen, dass ich das Gesetzesvorhaben begrüße, da ich überzeugt bin, dass eine Gesellschaft über die in ihr geltenden Gesetze ihre Haltung zu bestimmten Fragestellungen verdeutlicht.
Ja, die allermeisten Schulen haben bereits Regelungen gefunden, die sie für sinnvoll erachten, um Kindern und Jugendlichen am Vormittag eine handyfreie Zeit zu ermöglichen. Auch wir haben seit nunmehr drei Jahren diese Regelungen eingeführt. Umso besser, dass dieses Vorgehen nun auch von den politisch Verantwortlichen unterstützt wird.
In Anbetracht dessen, was wir am pädagogischen Tag bei dem Impulsvortrag erfahren mussten, bin ich erleichtert, dass auch unsere gewählten Volksvertreter bereit sind, sich der Herausforderung zu stellen, die die massive Beeinflussung unserer Kinder und Jugendlichen durch die Inhalte auf sozialen Medien darstellt.
Sie wissen vielleicht, dass ich zu Beginn des Halbjahres auf allen Elternabenden der 7. Klassen dazu etwas gesagt habe, und ich kann es hier nur noch einmal unterstreichen: Es darf uns nicht egal sein, welchen Einflüssen unsere Kinder ausgesetzt sind!
Natürlich gibt es viele hilfreiche digitale Werkzeuge, und die Möglichkeit der internationalen Vernetzung hat auch viele gute Seiten. Das aber, was sich auf Smartphones abspielt, hat damit nichts zu tun. Oder können Sie mir aus dem Stand ein TikTok oder einen Instagram Post zeigen, der die positive Entwicklung von jungen Menschen zu verantwortungsbewussten, engagierten und teilnahmsvollen Erwachsenen befördert?
Medienerziehung gehört zum Schulalltag. Dazu gehören ein moderne, zeitgemäße Ausstattung, fundierte Konzepte, fachliche Inhalte, Jugendmedienschutz und vieles mehr. Ebenso wichtig ist jedoch ein organisatorischer rahmen, der die Chancen der neuen Medien aufgreifbar macht, und den Schaden, den viele Angebot nachweislich verursache, eindämmt. Wenn Sie einen tieferen Einblick in den aktuellen Stand unseres Medienbildungskonzepts erlangen wollen, schauen Sie hier: Medienbildungskonzept.pdf
Während am vergangenen Samstag unsere Reisegruppe des Italienaustauschs aus Brescia zurückkehrte und bereits von einer sehr interessanten, mit vielen, vielen Eindrücken angefüllten Woche berichteten, ist unsere Austauschgruppe in den USA weiterhin dort unterwegs. Am Ankunftstag meldeten sich die begleitenden Lehrkräfte mit einem „Alles in Ordnung“, seitdem haben wir nichts Gegenteiliges gehört. Deshalb sind wir sicher, dass auch diese Gruppe eine großartige Zeit in den USA hat. Im nächsten Jahr wird übrigens auch der Austausch nach Eu in der Normandie wieder stattfinden.
Am Freitag besucht uns eine Lehrkraft des Leo Baeck Educational Center (LBEC) aus Haifa. Herr Baron wird mit einigen Schülergruppen sprechen, darunter mit dem Kurs der 11. Jahrgangsstufe, der bereits mit einer Unterrichtsgruppe am Leo Baeck per Videokonferenz ein Unterrichtsprojekt bearbeitet.
Darüber hinaus werden uns Ende Mai zwei Schüler*innen des LBEC hier in Darmstadt besuchen und als sogenannte Schüler-Botschafter*innen unseren Schüler*innen vom leben und Alltag in Haifa und ihren persönlichen Erfahrungen zu berichten.
Für diesen Besuch suchen wir aktuell nach einer Gastfamilie (eine ist bereits gefunden). Wenn Sie sich vorstellen könnten, einen Jugendlichen aus Haifa in der Zeit vom 30.05. bis 06.06.bei sich aufzunehmen, melden Sie sich gerne bei mir, direkt unter meiner dienstlichen Mail-Adresse (
Ich hoffe, Sie alle haben gute und entspannte Erinnerungen an das verlängerte Faschingswochenende, das bei uns ja bereits am Freitag, den 28. Februar mit einem beweglichen Ferientag startete. Als wir diesen beweglichen Ferientag festlegten, hatten wir uns gleichzeitig entschieden, nicht den 2. Mai (als Brückentag vom 1. Mai aufs Wochenende) zu wählen. Zu diesem Zeitpunkt waren die schriftlichen Abitur-Termine noch nicht bekanntgegeben worden, es hätte also gut sein können, dass am 2. Mai auch schriftliche Abiturprüfungen abzulegen sind.
Das ist nun nicht der Fall, dennoch ist der 2. Mai ein ganz regulärer Schultag (d.h. auch mit Nachmittagsunterricht). Ich bitte um Verständnis, dass wir keine Freistellungen für diesen Tag genehmigen können. Es handelt sich nicht um eine ganz normale, eintägige Freistellung, die normalerweise über die Klassenleitung erfolgt, sondern um einen Tag in einem so genannten verlängerten Wochenende.
So sehr ich im Einzelfall aus rein privater Sicht die Begründungen der Familien für einen Beurlaubungsantrag nachvollziehen kann, ist es dennoch meine Aufgabe, mich als Schulleiterin innerhalb der rechtlichen Vorgaben für die Schulpflicht einzusetzen. Deshalb bitte ich um Verständnis, dass wir in der Regel außer bei gravierenden persönlichen Gründen gegen eine Beurlaubung entscheiden. Gleiches gilt für Beurlaubungen, die an Schulferien grenzen. Bitte beachten Sie hierzu, dass jeder Antrag mit Original-Unterschrift an Frau Jung zu richten ist.

Schließlich möchte ich Sie noch auf einen Vortrag hinweisen, der am Donnerstag, 03.04.2025 um 19 Uhr bei uns an der Edith-Stein-Schule stattfinden wird. Herr Dr. Meurer, früherer Leiter des Fachbereichs I und II und Schulleitungsmitglied hier an der ESS, wird zur Frage „Existiert Gott? Philosophisch-theologische Betrachtungen“ referieren. Herr Dr. Meurer ist promovierter Theologe, für seine Doktorarbeit wurde er seinerzeit mit dem Preis der Universität Münster ausgezeichnet. Wir freuen uns auf einen fachlich fundierten und gleichzeitig die Horizonte der Theologie und Philosophie umspannenden Vortrag um 19:00 Uhr im Pavillon. Weitere Informationen finden Sie auf unserer Homepage.
In diesem Jahr beginnen die Osterferien früh, und enden leider mit Ostermontag. Das bedeutet, der Unterricht beginnt direkt am Folgetag, dem 22. April. Dies lässt uns genügend Zeit und Muße, uns auf das Osterfest einzustimmen, leider gleichzeitig im Anschluss wenig Zeit zum Ausklang.
Ich wünsche Ihnen für die restlichen Schultage vor den Ferien und die dann folgende Ferienzeit alles Gute, genießen Sie das frühlingshafte Wetter und bleiben Sie gesund.
Mit freundlichen Grüßen
Doris Krumpholz
Schulleiterin
