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Ab in die Sommerpause!

Liebe Eltern,

liebe Schüler*innen,

mitten in der Fußballweltmeisterschaft darf ich sicherlich Sepp Herberger zitieren: „Nach dem Spiel ist vor dem Spiel“ und ergänzen: außer es ist Sommerpause!

Das Schuljahr ist geschafft, wir atmen durch - trotz der Hitze, und freuen uns auf sechs Wochen mit weniger (oder gar keinen) Verpflichtungen. Ein kurzes Schuljahr mag für Schüler*innen zu Beginn verlockend erscheinen, werden doch die Sommerferien früher erreicht, doch dann wird in den letzten Wochen, wenn nicht sogar Monaten spürbar, welche Termindichte für Klassenarbeiten, Unterrichtsinhalte und Sonderveranstaltungen das mit sich bringt.

Wie auch im Fußball wechseln in der Schule manche Spieler*innen die Mannschaft beziehungsweise den Verein: letzte Woche durften wir 118 Abiturientinnen ins Leben entlassen, die Schülerakten von 140 Fünftklässler warten schon auf die Einsortierung. Ebenso haben wir uns gestern Abend von einigen lieb gewonnenen Kolleg*innen verabschieden müssen: Herr Martin Klein ist nach 36 Dienstjahren an der Edith-Stein-Schule in den Ruhestand getreten, Frau Buhl, Frau Maybach, Herr Prager und Frau Schröder suchen neue berufliche Herausforderungen an anderen Schulen. Sie alle begleiten unsere besten Wünsche für ihre Zukunft und wir wissen Sie gut behütet durch Gott, unseren Herrn.

Lassen Sie uns einen kurzen Blick zurück auf die letzten Wochen und Monate werfen: Die Weiterarbeit am großen Thema „Werte - was uns verbindet“, mit dem sich das Kollegium am pädagogischen Tag im März auseinandergesetzt hatte, war Gegenstand des Austausches im Schulbeirat. Aus dessen Überlegungen resultierten dann zwei Umfragen zur Einbindung der Elternschaft und der Schülerschaft. Mit den Ergebnissen wird der Schulbeirat im neuen Schuljahr weiterarbeiten. Der nächste Arbeitsschritt ist schon identifiziert und schließt sich an eine Arbeitseinheit aus der letzten Gesamtkonferenz innerhalb des Kollegiums an: An welchen Indikatoren (für Nicht-Chemiker: Indikator = lat., Anzeiger) können wir im täglichen Miteinander spüren, dass Werte wie Respekt, Empathie, Gemeinschaft und Vertrauen für uns zentral sind.

Eine Arbeitsgruppe unter Federführung von Herrn Lipka hat sich im vergangenen Schuljahr mit der Übergangsgestaltung Grundschule – Edith-Stein-Schule beschäftigt. Kinder wachsen unter veränderten Bedingungen auf, Grundschulen haben bereits vor vielen Jahren begonnen, ihre Methodik und Didaktik neu zu denken und zu gestalten. Dies macht den Übergang auf die weiterführenden Schulen für viele Kinder zu einer großen Herausforderung. So kennen einige Grundschulschüler*innen, zum Beispiel keine Hausaufgaben. Diese sind aber in der gymnasialen Bildung essenziell, um das nötige Üben und Wiederholen sicherzustellen, das die komplexen Unterrichtsinhalte der gymnasialen Bildung verlangen. Die Ergebnisse der Arbeitsgruppe wurden dem Kollegium in der letzten Gesamtkonferenz vorgestellt und beeindruckten durch Ihre Anschaulichkeit, Alltagstauglichkeit und ansprechende Aufmachung. Ich bin überzeugt, dass die neu ankommenden Fünftklässler*innen und ihre Eltern hervorragend davon profitieren werden.

Bereits seit mehreren Jahren tagt in regelmäßigen Abständen die Digital-AG, in der auch immer ein Elternvertreter mitwirkt. Digitale Transformation in Schule ist keine Frage der Anzahl der digitalen Endgeräte, sondern ein hochkomplexes Zusammenspiel aus fachlichen Kompetenzen, Basiswissen zur Funktionsweise, Prävention im Sinne des Jugendmedienschutzes sowie der Fragestellung, wann und zu welchen Themen digitale Arbeitsmethoden sinnvoll im Unterricht eingebettet werden können. 

Die Entwicklung von leistungsstarken Sprachmodellen und deren völlig freie Verfügbarkeit geben Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, eigene Anstrengung zu vermeiden. Dieser Versuchung zu erliegen ist zunächst einfach menschlich. Gleichzeitig besteht Einigkeit darüber, dass die kognitive Leistungsfähigkeit nur dann optimal entwickelt und genutzt werden kann, wenn sie trainiert wird. 

Beobachtungen im vergangenen Schuljahr zum Verhalten einer leider nicht ganz kleinen Anzahl von Schüler*innen, digitale Werkzeuge zur Vortäuschung eigener Leistung zu missbrauchen, haben dazu geführt, dass die Gesamtkonferenz mit überwältigender Mehrheit entschieden hat, Tablets als „Heftersatz“ erst ab der Oberstufe zuzulassen. Gerne erläutere ich diese Entscheidung und die Genese des entsprechenden Antrags auf der nächsten Schulelternbeiratssitzung. (Hinweis: Für den kommenden Jahrgang 10 gilt eine Übergangsregelung).

Vielfältige Präventionsarbeit ist ein zentraler Bestandteil unserer unterrichtlichen und außerunterrichtlichen Arbeit. Vor zwei Wochen konnte zum ersten Mal das Präventionsprojekt „Crash-Kurs“, das sich gezielt an junge Fahranfänger richtet, an der Edith Stein Schule stattfinden. Vielleicht hatten sie Gelegenheit, den entsprechenden Beitrag in den Tagesthemen am vergangenen Montag zu sehen. Anlass war ein Themenbeitrag zu Gefahren der E-Scooter-Nutzung, ein Aspekt der Verkehrserziehung, welcher auch beim Präventionsprojekt thematisiert wurde. „Crash-Kurs“ ist eine Initiative der hessischen Polizei in Kooperation mit allen Beteiligten der so genannten Rettungskette. Sehr eindrücklich schildert aus jedem Glied dieser Rettungskette, sei es Rettungsdienst, Feuerwehr, Notfallseelsorger bis hin zum Bestatter, persönliche Erlebnisse bei Unfällen, die besonders nahe gingen. Der Zugang zu den Emotionen der jungen Erwachsenen bewirkt ein Nachdenken über das eigene Verkehrsverhalten. Das Ziel dahinter: Nur wer informiert ist und auch mit schlimmen Wahrheiten des Lebens konfrontiert ist, kann verantwortungsvolle Entscheidungen für sein eigenes Leben treffen.

Ich möchte das Schuljahr nicht zu Ende gehen lassen, ohne einen großen Dank auszusprechen: 

Zunächst an Sie, liebe Eltern, den Schulelternbeirat, und dessen Vorstand. Die Zusammenarbeit ist vertrauensvoll, kooperativ und kreativ. Wir haben zu danken für die umfangreiche Fachexpertise, die so viele Eltern der Schule zur Verfügung stellen. Ich danke Ihnen allen, dass auch in angespannten schulischen Situationen es immer wieder möglich ist, im Gespräch gemeinsam konstruktive Lösungen zum Wohl der betroffenen Kinder zu finden.

Ich danke der Schülervertretung, sowohl dem vorherigen Team, das im 1. Halbjahr noch aktiv war, als auch dem neuen Team der Schulsprecher*innen. Alle diese Jugendlichen stürzen sich mit großem Engagement in immer neue Aufgaben, organisieren Events, die sich bewährt haben, bringen aber auch neue Ideen ein und zur Umsetzung. Ich danke ausdrücklich der Gruppe engagierter Schüler*innen der Jahrgangsstufe 12, die mit einigen Lehrkräften gemeinsam diskutieren, welche Kleidung auch bei heißem Wetter im schulischen Zusammenhang sinnvoll und angemessen ist. Ich danke für das Vertrauen und die Offenheit in dieser Gesprächsrunde und freue mich auf die Weiterarbeit.

Foto eines Weges zu einer Kirche

Mein dritter Dank gilt meinen Kolleginnen und Kollegen und allen Mitarbeitenden, hier an der Edith Stein Schule. Ohne die Bereitschaft vieler Lehrkräfte, deutlich über das Erwartbare hinaus sich für Themen zu engagieren, Impulse zu geben, Projekte zu organisieren oder Wettbewerbe zu betreuen, wäre das außerunterrichtliche Angebot unserer Schule nicht möglich. Unterricht und darüberhinausgehende Angebote sind eingebettet in eine Lern- und Lebensatmosphäre, die es Kindern und Jugendlichen möglich macht, die eigenen Potenziale zu ergründen und auszuschöpfen. 

Die Mitarbeitenden in der Verwaltung stellen jeden Tag des Schuljahres sicher, dass Abläufe zügig und routiniert laufen, das Gebäude und Außengelände nicht nur sicher, sondern auch schön sind – schlicht: dass der Laden läuft.

Liebe Familien, Ihre Kinder haben viel geleistet in diesem Schuljahr. Freuen Sie sich an den Erfolgen, seien Sie nachsichtig, wenn Einzelnes (noch) nicht gelungen ist. Nach meiner Erfahrung richtet sich das alles noch. Und vor allem: Atmen Sie durch und genießen Sie die Sommerpause!

Herzliche Grüße

D. Krumpholz
Schulleiterin

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