Straßburg statt Praktikum - Die Drittortbegegnung mit einer französischen Schülergruppe der Q1
In der Fahrtenwoche 2024, während alle anderen Schüler/-innen unseres Jahrgangs ein Praktikum absolvierten, fuhren 23 Jugendliche der Q1 nach Straßburg, um dort eine ähnlich große Gruppe an Franzosen zu treffen. Frau Althaus organisierte diese Drittortbegegnung schon zum zweiten Mal und wurde tatkräftig von Frau Rodrigues unterstützt. Nach einer ziemlich langen Anreise mit Nahverkehrszügen der DB, zahlreichen Umstiegen und einem leider nicht ganz so kurzen Fußweg über die „Passerelle des deux rives“ über den Rhein, sind wir endlich in Straßburg und der etwas gewöhnungsbedürftigen Jugendherberge angekommen. An diesem Tag stand das Kennenlernen an erster Stelle, deswegen begannen wir unser gemeinsames Abenteuer mit einem Picknick. Danach fuhren wir per Straßenbahn in die Innenstadt Straßburgs, wo wir in bilingualen Gruppen eine Stadtrallye bearbeiteten, bei der es u.a. zu sehr heiteren Begegnungen mit Straßburgern kam.
Am Dienstag brachen wir schon in aller Frühe zum „Lieu d´Europe“ auf, wo wir in einem interaktiven Museum die europäische Geschichte näher kennenlernten und in einen regen Austausch darüber mit der französischen Gruppe kamen. Nachmittags stand dann der Besuch im „Europäischen Parlament“ an. Nach einer strengen Sicherheitskontrolle, bei der zwei Taschenmesser beschlagnahmt und ein Buttermesser misstrauisch beäugt wurden, konnten wir schließlich das imposante Gebäude von innen bewundern. Dabei sahen wir sogar den roten Teppich, wo all‘ die wichtigen Politiker/-innen interviewt werden. Nach einer interessanten Einführung durch einen Mitarbeiter des Besucherdienstes durften wir uns eine Debatte, in der es um die Energieversorgung Europas ging, im großen Plenarsaal, „Hemicycle“ genannt, anschauen und durch sehr viele Dolmetscher auch in verschiedenen Sprachen anhören, obwohl die Abgeordneten immer in ihrer jeweiligen Muttersprache hitzig diskutierten. Den Tag beendeten wir mit einem traditionellen Flammkuchenessen direkt an der Kathedrale.
Den nächsten Vormittag verbrachten wir im „Mémorial Alsace Moselle“ in Schirmeck, das uns sehr eindrucksvoll die Geschichte der Region von 1870, über den Ersten Weltkrieg, die Besatzung durch das nationalsozialistische Deutschland bis hin zur aktuellen Situation als Gebiet im Zentrum Europas näherbrachte. An den einzelnen Stationen konnte man zum einen mit allen Sinnen in eine typische Situation einer Epoche eintauchen und zum anderen Informationen erhalten. Der Nachmittag stand unter dem Zeichen der schrecklichen Vergangenheit der Nazizeit: Wir besuchten das ehemalige Konzentrationslager Natzweiler-Struthof. Die Stimmung war sehr bedrückend und nachdenklich, während wir die Baracken, wo Menschen gefoltert und umgebracht wurden, besichtigten. Abends wurden die Erlebnisse noch gemeinsam besprochen und aufgearbeitet.
Am Donnerstag zeigten wir den Franzosen dann unser Heimatland: Es ging nach Freiburg im Breisgau! Am Vormittag besuchten wir das Freiburger Münster sowie das „Uniseum“ (Museum der Albert-Ludwigs-Universität). Gestärkt durch ein leckeres Mittagessen besichtigten wir das Vauban-Viertel, ein ökologisch, nachhaltig und sozial-alternativ geplantes Stadtviertel, wo wir Deutsche kleine bilinguale Referate hielten. Abends aßen wir gemeinsam im „Unicafé“, um in‘s Studentenflair reinzuschnuppern.
Der Abschied von unseren französischen Freundinnen und Freunden erfolgte Freitagmorgen. Nach einem letzten Frühstück und dem Schreiben dieses Berichts in der Mediathek in Kehl fuhren wir auch schon wieder nach Darmstadt zurück.
C´était une expérience très enrichissante et intéressante, donc, nous recommandons à vous tous de participer si vous avez cette possibilité !
Laurine Wegner und Viktoria Makowczynska, Jgst. 12



