Verhandeln, Anträge stellen, Papiere ausarbeiten – das ist der Alltag eines Delegierten in der UN. Und genau in diese Rolle durften die Schülerinnen und Schüler der MUN-AG schlüpfen. Für vier Tage fuhren wir, begleitet von Frau Mai und Herrn Herzog, nach Kiel, um im dortigen Landtag selbst einmal das diplomatische Parkett zu betreten.
Doch was genau wird hier eigentlich nachgestellt?
MUN-SH ist eine sehr authentische Simulation der Vereinten Nationen mit all ihren Gremien und Abläufen. Teilnehmen kann man entweder als Delegierter eines Landes, als Teil des Presseteams oder als Vertreter einer NGO wie Greenpeace. Diplomatischer Kodex und Sprache müssen eingehalten werden, und auch ein entsprechender Dresscode wird erwartet. Ziel ist es, gemeinsam mit dem eigenen Gremium eine Resolution auszuarbeiten, während die NGOs bestehende Missstände anprangern und kritisieren. Debattiert wird hier über reale, politische Themen, wobei alle Delegierten versuchen, die Interessen ihres Landes durchzusetzen.
Und so starteten wir in die drei Tage der UN-Simulation. Am Abend unserer Ankunft gab es eine kurze Willkommensveranstaltung mit Reden der Generalsekretärin und einer Vorstellung der Gremienvorsitzenden. Bei einem anschließenden Sektempfang hatte man Gelegenheit, die anderen Delegierten kennenzulernen. Am nächsten Tag ging es dann direkt in die Gremien, wo drei Tage lang heftig verhandelt, respektvoll gestritten oder – im Falle der NGOs – protestiert wurde. Um ihrem Unmut Ausdruck zu verleihen, wurde eine selbstgebastelte Atombombe in den Sicherheitsrat geworfen, Müll in der Generalversammlung verteilt und ein großes Transparent aufgehängt. Aus den Reihen der Delegierten wurde nach vielen Gastreden verlangt: Unter anderem sollten der Papst, David Goggins und eine Seegurke zu Wort kommen. Das Presseteam verfolgte unterdessen gespannt die Verhandlungen, um die hauseigene Zeitung und Nachrichtensendung zu produzieren.
Gebührend gefeiert wurde noch einmal am Abschiedsabend, wo MUN-SH 2026 mit Musik, Tanz und einigen Reden verabschiedet wurde.
An dieser Stelle ein großer Dank an die Veranstalter, die sich jedes Jahr äußerste Mühe geben, eine authentische und gleichzeitig unterhaltsame Simulation zu bieten. Es war auf jeden Fall eine einzigartige Erfahrung, die sich zu 100 Prozent gelohnt hat.
Tobias Mink, 11c

