Am 18.11.2025 hat uns die vielfach ausgezeichnete Autorin Monika Rinck in unserem Deutsch Leistungskurs besucht. Anlass war der "Lesetag", den die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung alljährlich ausrichtet.
Zunächst erzählte sie uns etwas über ihre Arbeit als Dichterin, zum Beispiel wie sie zu ihren Ideen kommt und diese dann umsetzt. Sie erklärte uns, dass sie bei jedem Band versucht, etwas Neues zu schaffen, sodass es sich von ihren vorherigen Werken abhebt.
Es war interessant zu erfahren, wie Autoren ihr Inspiration aus den scheinbar alltäglichsten Dingen ziehen können. So auch in ihren neuesten Gedichtband „Höllenfahrt & Entenstaat“, den wir uns schon im Vorfeld durchlesen konnten. Monika Rinck erklärte ihre Faszination für die ägyptische Götterwelt und ihre Frustration über die Erweiterung des deutschen Autobahnnetzes. Zwei Themen, die auf dem ersten Blick nichts miteinander zu tun haben, werden doch zu einem Lyrikband vereint. Denn es gibt eine entscheidende Sache, die sie verbindet: das Interesse der Autorin. Und nur darauf scheint es anzukommen.
Sprache ist ein Mittel, das uns immer umgibt, es geht nie aus und ist immer da. Das ist seine Segen, aber auch ein Fluch, weil wenn einem die unendlichen Möglichkeiten offenstehen alles mit Wörtern, Sprache, Buchstaben zu machen, wo fängt man da an? Monika Rinck hat darauf eine Antwort. Im nächsten Teil Ihres Besuchs haben wir Wortmaterial geschaffen. Jeder von uns sagte zuerst ein Nomen und im Anschluss ein Verb. Einfach gerade das, was uns in diesem Moment eingefallen ist. Als letztes sollten wir zu jedem dieser Worte das Gegenteil finden und schon hatten wir uns eine zwar sehr willkürliche ausgewählte, aber mittlerweile auch recht umfangreiche Menge an Wortmaterial geschaffen. Aus diesen sollten wir nun in einer halben Stunde ein Gedicht schreiben.
Es hat uns allen sehr viel Spaß gemacht selbst etwas zu schreiben, auch wenn nicht immer alle komplett zufrieden mit ihren Endergebnissen waren. Aber darum würde es auch gar nicht gehen, meinte Monika Rinck. Vielmehr bieten sie Anstöße für neue Gedanken. Die dort geschaffenen Bilder können in weiteren Gedichten vertieft werden und unbeachtet Aspekte in Sprache verpackt werden. Man braucht kein Ziel beim Schreiben. Das ist die Freiheit beim Dichten: Man setzt an einem beliebigen Punkt an und schaut, wo die Gedanken einen hinführen. Das konnten wir im nächsten Gedicht, ein Vierzeiler mit Reimschema, gleich ausprobieren. Und später beim Vorstellen ist aufgefallen, wie unterschiedlich die Gedichte, die doch eigentlich alle aus denselben Wörtern entstanden sind, geworden sind.
Insgesamt bot der Workshop eine interessante Abwechslung zum Schulalltag und wir konnten viel mitnehmen. Allen hat es eine große Freude gemacht und wir sind gespannt auf nächstes Mal.
Mathias Hill




