Newsletter 2024 – 01

(Stand Sonntag, 04.02.2024, 14 Uhr)

Themen: Rückblick Sturmmittwoch – Nachschreibtermine im 2. Halbjahr – Schüler*innen in der Jury des Glauser-Preises – Theresienstadt-Projekt – Demo für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit – DKMS-Typisierungsaktion – Malawi-Benefiz-
Flohmarkt – 2. Halbjahr

Liebe Eltern,
liebe Schülerinnen und Schüler,
ein neues Kalenderjahr hat angefangen und ich hoffe, Sie konnten besinnliche und ruhige Weihnachtstage verbringen und gut in dieses neue Jahr starten.
Auch das erste Schulhalbjahr ist diesen Freitag mit der Zeugnisausgabe zu Ende gegangen. Zeit, einen Blick auf die ersten drei Wochen nach den Weihnachtsferien zurückzuwerfen, in denen sich die Ereignisse dicht gedrängt haben:

Kaum hatte der Schulbetrieb wieder Fahrt aufgenommen, überraschte uns am Dienstag, den 16. Januar, die Nachricht, dass die Stadt Darmstadt als Schulträger der öffentlichen Schulen entschieden hatte, die Schulen am Folgetag wegen der Sturmwarnung geschlossen zu lassen. In einem solchen Fall, wenn Fachleute die Lage als zu gefährlich einschätzen, schließen wir uns dieser Fachexpertise an.
Der Zeitpunkt der Information durch die Stadt bzw. das staatliche Schulamt reichte gerade so, den Schülerinnen die Neuigkeit noch per Durchsage mit auf den Weg zu geben, mit dem Hinweis, auf den Newsletter am Nachmittag zu achten. Für uns im Kollegium war dieser Tag in vielerlei Hinsicht interessant: zum einen konnten wir feststellen, dass nur ein Teil der Schülerinnen willens und/oder
in der Lage war, sich über die Mitteilungsfunktion in Moodle bei ihrer Klassenlehrkraft oder Tutorin zu melden. Auch die Fähigkeit, innerhalb weniger Stunden Unterrichtsinhalte so aufzubereiten, dass sie auch onlinetauglich sind, hat noch nicht optimal geklappt.
Daraus müssen verschiedene Handlungsschritte abgeleitet werden, die ich zunächst mit dem Kollegium intern besprechen und planen möchte. Rückfragen bei den von mir unterrichteten Kindern und Jugendlichen zum ersten Punkt, warum sich manche eben nicht bei Moodle einloggen oder sich über Moodle melden, ganz unterschiedliche Motivationen und Ausgangslagen ergeben. Auch hier muss es zu einer Einheitlichkeit und Verbindlichkeit kommen.

Auch aus einem anderen Grund hat uns dieser Nicht-Präsenztag aus der Planung geworfen: Der Kürze des Halbjahrs und den gewohnt hohen Krankenständen im November und Dezember geschuldet, mussten in der betreffenden Kalenderwoche 123 Schülerinnen allein aus der Oberstufe eine Klausur nachschreiben. (Die Kinder und Jugendlichen der Sekundarstufe I sind hier nicht mitgerechnet, diese haben separate Nachschreibtermine.)
Die Gründe für die Notwendigkeit, Klausuren und Klassenarbeiten nachschreiben zu müssen, sind vielfältig. Die Erfahrung bezüglich der verschiedenen Gründe hat uns aber dahin geführt, dass wir zumindest für die Oberstufe im 2. Halbjahr Nachschreibtermine am Freitagnachmittag bzw. Samstagvormittag einrichten werden. Wir behalten uns vor, auch einzelne Schüler*innen der Sekundarstufe I zu diesen Terminen einzubestellen, die dann verpflichtend sind.
Gleichzeitig wägt selbstverständlich jede einzelne Lehrkraft im Einzelfall ab, ob ein Nachschreiben einer einzelnen Lernrolle, Klassenarbeit oder Klausur zwingend notwendig ist. Die Entscheidung ist grundsätzlich eine Einzelfallbetrachtung, liegt bei der Lehrkraft und kann von Fall zu Fall unterschiedlich ausfallen.

Falls Sie regelmäßig die Lokalpresse lesen, mag Ihnen aufgefallen sein, dass verschiedene Projekte an unserer Schule in der vergangenen Woche ein besonders vielfältiges Presseecho fanden:
Am Montag, den 22. Januar, tagte bei uns die Jury des Glauser-Preises. Schüler*innen unserer Schule hatten sich beworben, um in der Jury für den besten Kinder- und Jugendkrimi mitarbeiten zu dürfen. Der auf den Schweizer Schriftsteller Friedrich Glauser zurückgehende Glauser-Preis wird in verschiedenen Kategorien vergeben. Bei dem gemeinsamen Termin mit den erwachsenen Jury-Mitgliedern des Vereins für deutschsprachige Kriminalliteratur (Das Syndikat) wurden die Ergebnisse der umfangreichen Lesearbeit (oder des Lesevergnügens) gemeinsam beraten.

Bereits bei der Gedenkfeier anlässlich der November-Pogrome gegen die jüdische Bevölkerung im 3. Reich in der Darmstädter Synagoge am 9. November 2023 durften Schülerinnen unserer gymnasialen Oberstufe ihr Theresienstadt-Projekt vorstellen. Auf Initiative der Stadt Darmstadt entstand innerhalb von eineinhalb Jahren in Kooperation mit der Edith-Stein-Schule und der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit das Projekt „Theresienstadt: Von der Nummer zum Namen“.
Bereits 2023 unternahm eine Gruppe von Schülerinnen, vier Lehrkräften und weiteren Kooperationspartnern, wie Frau Rützel von der Initiative Stolpersteine, eine Reise nach Theresienstadt. Anlass des Projekts war gewesen, das am zentralen Gedenkort in Theresienstadt keine Gedenktafel für die Deportierten aus Darmstadt und Südhessen hängt. In der Auseinandersetzung mit den Eindrücken dieser Reise und dem Anlass des Projektes entstanden drei Hauptarbeitsbereiche des Projekts: Der Entwurf und die Fertigung einer Gedenktafel kombiniert mit einem Gedenkstein, der in Darmstadt aufgestellt werden soll, ein Journal, das die Lebensgeschichten einzelner Deportierter aus Darmstadt nachzeichnet und ein Film, in dem die Jugendlichen ihre Eindrücke und Erfahrungen der Reise und in der Mitarbeit im Projekt verarbeiteten. (Einen ausführlichen Bericht finden Sie nach Abschluss des Projekts auf der Homepage der Schule).

Foto mit dem Oberbürgermeister von Darmstadt.

Da jetzt am kommenden Donnerstag, den 8. Februar, die Gedenktafel im Beisein der Jugendlichen, der Lehrkräfte, des Oberbürgermeisters von Darmstadt und Terezìn und der weiteren Kooperationspartner im Kolumbarium in Theresienstadt angebracht werden wird, fand am Mittwoch, den 24.01. eine Pressekonferenz zum Gesamtprojekt statt. Auch bei der zentralen Gedenkfeier der Stadt Darmstadt anlässlich des Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust wurde der Film des Theresienstadt-Projekts von den Schülerinnen vorgestellt. Ich habe großen Respekt davor, dass junge Menschen, die sich gerade auf ihr Abitur vorbereiten, mit diesem hohen zeitlichen, aber auch kognitiven und emotionalen Engagement einem Thema widmen, dass in weiten Teilen schwer zu ertragen ist. Ich bin überzeugt, dass durch diesen emotionalen Zugang zur Thematik, wodurch aus Erinnerungskultur Erinnerungsarbeit wird, eine Grundlage gelegt wird, dass auch die jüngeren Generationen die volle Bedeutung von „Nie wieder ist jetzt!“ begreifen und sich dafür einsetzen.

Am Montag, den 22. hatte ich mich in einem Schreiben an Sie als Eltern gewandt, um Ihnen den Aufruf der Kirchen und der demokratischen Parteien zu Teilnahme an eine Demonstration „für Rechtsstaat und Demokratie“ (so der offizielle Titel) weiterzugeben. In einer Durchsage hatte ich mich auch an unsere Schülerinnen, Kolleginnen und Mitarbeitenden gewandt, was wohl bei einigen der älteren Schülerinnen zu meiner Überraschung für eine gewisse Unruhe sorgte.
Die jungen Leute diskutierten, ob es zulässig sei, dass eine Schulleiterin sich politisch positioniere. Gegenüber unsere Schülervertretung konnte ich diese Frage bereits beantworten und nehme wegen der außerordentlichen Wichtigkeit des Themas auch hier noch einmal Stellung: als Schulleiterin habe ich nicht nur das Recht gegen jegliche antidemokratischen Umtriebe vorzugehen, sondern ich bin dazu verpflichtet.
Sowohl als ehemalige Landesbeamtin als auch als Kirchenbeamtin bin ich auf die Verfassung vereidigt. Als Christin ist es mir darüber hinaus ein inneres Bedürfnis, die Stimme gegen totalitäre Allmachtsfantasien und menschenverachtende Pläne, die sich willkürlich gegen unsere Mitmenschen richten, zu erheben. Die durchweg positiven Rückmeldungen aus der Elternschaft geben mir das gute Gefühl, dass wir uns auch in diesem Punkt als christliche Erziehungsgemeinschaft einig sind.

Verantwortung für sich und andere zu übernehmen, hat viele Gesichter und es gibt zahlreiche Möglichkeiten, diese Verantwortung zu zeigen: auf Initiative eine Schülers der 12. Klasse fand am 26. Januar eine DKMS-Typisierungsaktion in der gymnasialen Oberstufe statt. Zu meiner großen Freude haben sich über 130 junge Menschen dazu entschieden, ihre Gewebemerkmale typisieren zu lassen, um gegebenenfalls für eine Knochenmarkspende in zur Verfügung zu stehen. Wer jemals mit Betroffenen oder deren Familienangehörigen bestimmter bösartiger Tumorerkrankungen zu tun hatten, deren letzte Hoffnung eine solche Spende ist, kann sicher nachvollziehen, welch starkes Zeichen der Solidarität und des persönlichen Engagements dies ist.

Und schließlich fand am gestrigen Samstag der erste Benefiz-Flohmarkt für unsere Partnerschulen in Malawi statt. Der Zuspruch war groß, so dass ich zuversichtlich bin, dass bereits ein ansehnlicher Spendengrundstock zusammengekommen ist, mit dem wir gezielt Schülerinnen in Malawi einen längeren Schulbesuch ermöglichen wollen. Sobald das Projekt mit entsprechenden Vereinbarungen unterlegt ist und konkrete Formen angenommen hat, werden Sie informiert.
Der Flohmarkt hatte daneben aber auch das Ziel, das Thema Nachhaltigkeit ins Bewusstsein der Jugendlichen zu bringen. Weitergabe und Wiederverwendung von zwar genutzten aber noch schönen Dingen und Kleidungsstücken bringt uns dem Ziel, mit den vorhandenen Ressourcen achtsam umzugehen, wieder ein Stück näher. Beide Aspekte sind im Gesamtkonzept der UNESCO-Projektschulen verortet, die sich den Zielen und Werten der UNESCO verpflichten.

Nun noch ein kleiner Blick ins zweite Halbjahr:
Neue Elternzeiten zweier Kolleginnen, die Rückkehr von insgesamt drei Kolleginnen aus deren Elternzeiten, die Verabschiedung von Kollegen auf eigenen Wunsch (Herr Spahn, Herr Nühs, Herr Tretner und Herr Lang), sowie die Neueinstellung von fünf Kolleg*innen führt zu umfangreichen Veränderungen in der Unterrichtsverteilung.
Ich habe die Eltern der verschiedenen Klassen über die Veränderungen bereits schriftlich informiert, lediglich im Fach Religion und der 3. Fremdsprache war das nicht gut möglich, weil hier immer mehrere Klassen betroffen sind, dann jedoch nicht alle Kinder. Ich freue mich besonders, dass sich mit Herrn Schurzmann und Frau Sahm zwei junge Menschen, die an unserer Schule in der Praxisphase, dem so genannten Referendariat, zum 2. Staatsexamen geführt wurden, sich entschieden haben, unser Kollegium zu verstärken. Außerdem begrüßen wir Herrn Marquardt (Latein, Geschichte), Frau Dr. Dopatka (Physik, Sport) und Frau Herbst (Mathematik, Physik) als neue Kräfte im Kollegium.
Ich wünsche Ihnen und Ihren Kindern und uns im Kollegium und Verwaltung einen vitalen und zuversichtlichen Start ins zweite Halbjahr!

Mit freundlichen Grüßen

Doris Krumpholz
Schulleiterin