Newsletter 2024 – 02

Themen: Rückblick Pädagogischer Tag – Aufgabenformate für eigenständiges Arbeiten in Zeiten von ChatBots – Ergänzungen der schulrechtlichen Hinweise – Auferstehungsgottesdienst am Fr., 19.04.

Liebe Eltern,

liebe Schülerinnen und Schüler,

die beginnende Ruhe, die traditionell am letzten Schultag vor Ferienbeginn nach der 6. Stunde einkehrt, möchte ich nutzen, einen Blick zurück auf die letzten Wochen zu werfen.

Am Mittwoch, den 13. März, fand unser pädagogischer Tag statt, in dessen Mittelpunkt unterschiedliche Aspekte der Digitalisierung von Schule stand.

Nach der obligatorischen Gesamtkonferenz am Vormittag, über deren relevante Inhalte bei der nächsten Schulelternbeiratssitzung berichtet wird, arbeiteten die Fachgruppen der Kolleg*innen am schulspezifischen Medienbildungskonzept weiter. In diesem Schuljahr befinden wir uns in einem vom Staatlichen Schulamt begleiteten Prozess zur Erstellung bzw. Überarbeitung des Medienbildungskonzepts, das bereits vor Corona in der damals gebildeten Digital-AG Gestalt angenommen hatte. Auf der Grundlage dieser Vorarbeit aus 2019 und mit den weitreichenden Erfahrungen der Pandemiezeit im Bereich der digitalen Unterrichtsgestaltung im Gepäck, soll es in diesem Schuljahr darum gehen, bereits etablierte Vereinbarungen der Einzelfächer festzuschreiben, neue Ideen zu identifizieren und mit diesen in digitale Unterrichtsvorhaben zu starten.

Nach dem Mittagessen folgten zwei Impulsvorträge, die aus unterschiedlichen Perspektiven Künstliche Intelligenz in den Fokus nahmen. Frau Cornelia Wichelhaus, Dozentin im Fachbereich Informatik der TU Darmstadt, warf einen „mathematischen Blick auf ChatGPT“ und ließ uns in einem knackigen Kurzvortrag einen Blick in die mathematischen (Un)Tiefen werfen, die hinter Chatbots stehen. Der sehr kurzweilige und unterhaltsame Vortrag mit praktischen Bezügen zum Lehreralltag (Entscheidungsfindung „Hausaufgaben geben oder nicht?“) weckte bei Vielen im Kollegium den Wunsch, mehr zu erfahren, während anderen, die sich als „nicht-mathematisch“ verstehen, der sehr kurze Einblick vollständig ausreichte.

Aus der Perspektive der Industrie schilderte uns anschließend Herr Eric Gaertner (COO und Leiter der IT bei Beckers) den Umgang eines mittelständischen Unternehmens mit den Chancen und Tücken von Einsatzmöglichkeiten künstlicher Intelligenz. Beruhigend war es zu erfahren, dass auch Verantwortliche in der Wirtschaft sich den gleichen Fragen stellen müssen, wie wir hier in der Schule: Wie viel dessen, was als eigenständig erarbeitet präsentiert wird, ist tatsächlich Eigenleistung und wie viel davon die Antwort eines kompetent befragten Chatbots? Beiden Eltern danke ich für die inspirierenden Impulsvorträge und Ihre Zeit, die sie uns zur Verfügung gestellt haben. Herr Arndt aus dem Vorstand des Schulelternbeirats war so freundlich, im Vorfeld die Kontakte herzustellen und technisch zu unterstützen. Auch ihm danke ich herzlich.

Nicht nur in der Elternschaft, sondern auch im Kollegium existiert eine Unmenge an Fachexpertise bezüglich digitaler Werkzeuge, Anwendungen und Möglichkeiten. Zwei aufeinanderfolgende Workshops ermöglichten den Kolleg*innen, sich gegenseitig fortzubilden. Wer Lust hatte, konnte im Vorfeld Themen anbieten, und die Kolleg*innen konnten sich in die entsprechenden Workshops nach Interessenlage einwählen. Damit ergab sich ein vielfältiges und heterogenes Angebot, dass für jede Interessenlage und für jeden Geschmack etwas bot.

Auch wenn solche Tage wegen der Inhaltsfülle und Dauer sehr anstrengend sind, führen sie doch alljährlich dazu, dass wir als Lehrkräfte hochmotiviert und sehr bereichert in unsere weitere Unterrichtsplanung und -durchführung starten. Ich persönlich habe bereits die ersten Tipps zu Simulationen im naturwissenschaftlichen Unterricht in eine Übungs- und Vertiefungsphase einfließen lassen und hatte den Eindruck, dass dies bei den Schülern gut ankam.

Und nochmal Digitales:

Bei den Elternabenden war unter anderem die Frage gestellt worden, inwieweit Aufgabenformate zum eigenverantwortlichen Arbeiten der Jugendlichen angepasst werden müssten, in Anbetracht der Möglichkeiten, die Chat-Bots bieten. Mit dieser Fragestellung hatten sich bereits im vergangenen Schuljahr sehr bald nach Veröffentlichung von ChatGPT Kleingruppen der Lehrkräfte beschäftigt. Im ersten Halbjahr dieses Schuljahres erfolgte dies systematisch in allen Fachkonferenzen. Dabei werden naturgemäß je nach Fachausrichtung die Chancen und Risiken unterschiedlich bewertet. Der absolute Gewinn des kollegialen Austausches besteht darin, sich gegenseitig mit Ideen und kreativen Anwendungsmöglichkeiten von Chatbot zu bereichern.

Uns ist vollkommen klar, dass sich die Verwendung von Chatbots nicht untersagen lässt. Viel wesentlicher erscheint es uns im Kollegium, jungen Menschen einen kritischen Umgang mit den generierten Antworten zu vermitteln.

Dazu braucht es

  • ein Verständnis für die Funktionsweise der Chatbots (die uns dank Frau Wichelhaus auch aus der mathematischen Sicht klar geworden ist)
  • Anleitung, wie Anfragen an den Chatbot so zu formulieren sind, dass das Ergebnis zur Weiterarbeit nutzbar ist
  • ein fundiertes Fachwissen, um die Korrektheit des Inhalts einer Antwort sicher bewerten zu können
  • die Bereitschaft, auf der Basis von künstlich generieten Antworten eigenständige Denkleistung zu investieren
  • den Konsens, dass der Einsatz von Chatbot grundsätzlich transparent gemacht wird

Dann werden auch mit Einsatz von ChatBots eigene Geistesprodukte entstehen.

Wie bei allen Themen, mit denen sich unsere Schüler*innen beschäftigen, gilt es auch hier, im Gespräch zu bleiben und offen über Chancen und Risiken zu sprechen. Schlussendlich bleibt es dann in der eigenen Verantwortung des Einzelnen, ob und wie weit man sich auf ein verfügbares Ergebnis eines Chatbots zurückziehen möchte oder ob man nicht für sich selbst den Anspruch entwickelt, selbst zu schreiben, zu formulieren, zu erarbeiten, auch wenn es mehr Zeit kosten mag.

Bitte beachten Sie auf der Homepage die Ergänzung der schulrechtlichen Hinweise. Digitale Technik hat ja hin und wieder auch ihre Schattenseiten, so bei der Verführbarkeit junger Menschen in Klausuren oder Klassenarbeiten Täuschungsversuche auch mittels digitaler Geräte zu unternehmen. (Und dass obwohl die Schüler*innen zu Beginn einer schriftlichen Leistungskontrolle ihre Smartphones auf den Lehrertisch legen müssen.)

Es ist mir wichtig, bezüglich unseres Vorgehens in solchen Fällen absolut transparent zu sein. Unsere Schüler*innen bringen die besten Voraussetzungen dafür mit, Klassenarbeiten und Klausuren erfolgreich absolvieren zu können, zum einen, weil sie im Unterricht sorgfältig vorbereitet werden, zum anderen weil es sich um begabte junge Menschen handelt. Niemand hat es wirklich nötig, in Klausuren oder Klassenarbeiten, auf unlautere Mittel zurückgreifen zu müssen. Aufrichtigkeit und Verantwortung für das eigene Handeln (auch in Bezug darauf, wie viel Zeit man für die Vorbereitung einer schriftlichen Prüfung investiert) sind klare Erziehungsziele unserer schulischen Arbeit. Insbesondere in der gymnasialen Oberstufe wir die Erwartung an die jungen Menschen, für das eigene schulische Handeln Verantwortung zu übernehmen. Deshalb werden Täuschungsversuche in der gymnasialen Oberstufe auch strenger gehandhabt als in der Sekundarstufe I.

In diesem Jahr möchten wir mit der ganzen Schulgemeinde einen Auferstehungsgottesdienst feiern. Nachvollziehbarerweise kann man diesen nicht vor Ostern feiern, so dass heute an diesem letzten Unterrichtstag vor den Osterferien sechs Stunden Unterricht nach Plan war.

Unseren Oster-Gottesdienst werden wir am Freitag der ersten Schulwoche, am 19. April, feiern. Während die 5. Klassen wie gewohnt in der 1. Stunde als Jahrgang einen Erzähl-Gottesdienst mit dieser Thematik feiern werden, wird die gesamte restliche Schulgemeinde in der 5. Stundein den beiden umliegenden Kirchen Auferstehungsgottesdienst feiern.

Wichtig: die 5. Klassen haben in dieser Zeit regulären Unterricht, in der Regel die Klassenleitungsstunde. Im Anschluss an den Gottesdienst kehren alle anderen Klassen zurück in ihre Unterrichtsräume und die Lehrkräfte der 6. Stunde nehmen den Unterricht wieder auf.

Foto von Blumen

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen nun erholsame Ferien und gesegnete Ostern. Bleiben Sie gesund und behütet!

Mit freundlichen Grüßen

Doris Krumpholz
Schulleiterin