Newsletter 31, 15.06.2022

Themen: Model United Nations mit Schüler*innen der ESS in Stuttgart – Öffnungszeiten und Zugänge während der Sommerferien – Mathematik ohne Grenzen – Benefizkonzert für die Ukraine

Und was macht eigentlich… die ESS als UNESCO Projektschule?

Liebe Eltern,
liebe Schülerinnen und Schüler,

wie gewohnt gestatte ich mir am Ende dieser doch kurzen Woche einen Rückblick auf die vergangenen zwei Wochen und setze auch heute meinen Ansatz fort, Sie sukzessive über zentrale Themen und Profilaspekte unserer Schule auf den neuesten Stand zu bringen.

Überwältigt von dem im letzten Newsletter mitgeteilten Sieg unseres Teams des WiWi-Kurses beim Landeswettbewerb Business@school, trat ein anderes Ereignis in den Hintergrund, auf das ich hier eingehen möchte. Bereits am 12.05. reiste eine Gruppe von Schüler*innen, begleitet von Frau Mai, im Rahmen der AG Model United Nations (MNU) für 4 Tage nach Stuttgart, um dort diesmal live und in Präsenz eine Vollversammlung und Ausschusssitzungen der UN mit anderen Jugendlichen zu simulieren. Bei der MNU-Tagung haben junge Menschen die Möglichkeit, die Arbeitsweisen und Sitzungsformate der UN-Vollversammlung und der verschiedenen Ausschüsse hautnah zu erfahren. Aus dem interessanten und unterhaltsamen Bericht der MNU-AG, den Sie nun auch auf der Homepage finden, geht deutlich hervor, dass die Schüler*innen mit hoher Konzentration und großem Interesse ihren verschiedenen Aufgabenbereichen nachgegangen sind, jedoch auch feststellen mussten, wie anstrengend ein solches Arbeiten an wesentlichen Themen des gesellschaftlichen Zusammenlebens und der politischen Gestaltung ist.

Natürlich achten die Veranstalter*innen auch darauf, den gesellschaftlichen Aspekt bestimmter (dienstlicher) Termine deutlich zu machen, indem etwa am Sonntagabend ein Diplomat*innen-Ball veranstaltet wurde. Die Teilnehmenden selbst beschreiben ihre Gefühlslage trotz der Anstrengung und

Erschöpfung als „glücklich und stolz“ zugleich.

Dass es möglich ist, jungen Menschen solche zutiefst positiven Bildungserlebnisse zu bieten, macht mich wiederum froh. Ich danke ausdrücklich und in besonderem Maße Frau Mai, die sich für die Etablierung der MNU-AG an unserer Schule engagiert eingesetzt hat und die

Gruppe begleitet hat. Die AG wird im kommenden Schuljahr ganz sicher eine Fortsetzung finden und ich hoffe, viele Schülerinnen und Schüler fühlen sich von den Berichten der diesjährigen Teilnehmer*innen angesprochen und motiviert, daran teilzunehmen.

Bereits jetzt möchte ich Ihnen in Kürze ankündigen, dass wir – wie so oft – in den Sommerferien zahlreiche Einzelbaustellen in unserem Schulgebäude und auf unserem Schulgelände haben werden. Dies führt dazu, dass der Parkplatz an der Jahnstraße für die gesamte Dauer der Sommerferien gesperrt sein wird. Da auch das rechte Treppenhaus Verkehrsweg der unterschiedlichen Baustellen sein wird, erfolgt der Zugang zur Verwaltung an den Öffnungstagen ausschließlich über den Eingang Seekatzstraße (am Mosaik) und über den Aufgang an der Hausmeisterloge.

Die Öffnungszeiten des Sekretariats in den Ferien sind:

1.und 2. sowie 5. und 6. Ferienwoche: Dienstag und Donnerstag 8.00 – 12:00 Uhr.

Sollte es kurzfristige Änderungen wegen unvorhersehbarer Vorgänge auf den Baustellen geben, informiere ich über die Homepage.

Schüler*innen der Klasse 10b von Frau Schmidt haben einen hervorragenden 3. Platz der Mittelstufe beim Wettbewerb „Mathematik ohne Grenzen“ erreicht. Auch die anderen 10. Klassen haben sich in der oberen Hälfte der Tabelle verewigt und eine tolle Leistung erbracht. Der VBK von Frau Jung  (E-Phase) hat den vierten Platz in der Oberstufe belegen können. Zu all diesen großartigen Erfolgen im Bereich der Mathematik gratuliere ich den Schüler*innen ganz herzlich. Vielen Dank an Frau Althaus für die Organisation des Wettbewerbs und die Kooperation mit Fachschaft und Wettbewerbsleitung. Natürlich wird Frau Althaus auch unterstützt von allen Mathematik-Lehrkräften, die ihre jeweiligen Klassen und Kurse durch den Wettbewerb begleiten. Ich persönlich finde, das gute Abschneiden der Jugendlichen ist eine besonders schöne Form der positiven Rückmeldung zur Lehrtätigkeit der Kolleg*innen – ganz großes Kompliment!

Am vergangenen Donnerstag (09.06.) fand in der großen Halle ein Benefizkonzert für die Ukraine, vorbereitet, organisiert und durchgeführt von Schüler*innen unseres Abiturjahrgangs, statt. Der Erlös von 1922,- Euro soll wiederum an UNICEF gehen.

Die Zusage der Zimmer-Stiftung ( www.zimmer-stiftung.de ) aus dem Kreis unserer Schulgemeinde, den Erlös des Konzertes bis zu einer bestimmten Summe zu verdoppeln, ist eine großherzige und freundliche Geste, die uns besonders freut. Bereits bei unserer ersten Spendenaktion haben die Vertreter*innen der UNICEF-Ortsgruppe Darmstadt uns berichten können, in welche konkreten Projekte für Kinder direkt im Kriegsgebiet aber auch in den benachbarten Krisengebieten die Spendengelder fließen.

Herzlichen Dank allen Besucher*innen und allen Spender*innen – vor allem aber den Initiator*innen des Abiturjahrgangs!

Was macht eigentlich … die Edith-Stein-Schule als UNESCO Projektschule?

UNESCO Schule Logo

Für alle, die sich mit diesem Teil unseres Schulprofils und Selbstverständnisses noch nie beschäftigt haben: In Deutschland gibt es ca. 300 UNESCO Projektschulen aller Schulformen und Trägerschaften. Sie alle verpflichten sich in ihrer täglichen pädagogischen Arbeit und besonderen Projekten den Leitzielen der UNESCO: Frieden, Weltoffenheit und nachhaltige Entwicklung.

UNESCO an der ESS ist also viel mehr als unsere Partnerschaft mit der Chaminade secondary school in Karonga/Malawi.

Vergangene Woche trafen sich die Schulleitungen und Koordinator*innen der deutschen UNESCO Projektschulen zu einer zweitägigen Tagung im Auswärtigen Amt in Berlin. Schwerpunkt der diesjährigen Konferenz war die Frage nach Erkenntnissen, Maßnahmen und Perspektiven zur internationalen Orientierung der UNESCO Projektschulen.

Als besonderen Gewinn empfand ich persönlich die Möglichkeit, zum einen mit unserem Schulkoordinator Herrn Klein in aller Ruhe UNESCO-Themen besprechen und neue Ideen für zukünftige Projekte entwickeln zu können, zum anderen auch den regen Austausch mit den regionalen und weiteren hessischen Vertreter*innen anderer Schulen.  In der Auseinandersetzung mit den Leitzielen der UNESCO wurde mir deutlich, wie viele der verschiedenen Aktivitäten und etablierten Projekte an der ESS in diesen Leitzielen verankert sind.

Insbesondere der Aspekt der Nachhaltigkeit bzw. die Erziehung zu mehr Umweltbewusstsein rückt in den Fokus unserer Schüler*innen und Lehrkräfte. Die Umstellung des Mensa-Essens auf einen deutlich geringeren Fleischanteil ab dem neuen Schuljahr ist nur ein Aspekt. Ebenso wird der Papierverbrauch thematisiert und an vielen Stellen mit kleinen Maßnahmen dafür gesorgt, dass weniger Papier verschwendet wird. Dazu gehört auch die Berücksichtigung der zunehmenden Anzahl der Tablet-Nutzer*innen in der gymnasialen Oberstufe bei der Anpassung der benötigten Kopien, die Umstellung des Schuljahresanfangs-Briefes in ein digitales Format oder eben auch die Sicherstellung einer regelmäßigen Informationen von Ihnen als Eltern ohne die früher obligatorische Ranzenpost in Papierform.

Das Team der Schulsprecher*innen bearbeitet weiter das Vorhaben, zu einer handhabaren und effektiven Mülltrennung zu kommen. Diese Idee wurde bereits vom vorangegangenen Team der SV entwickelt und vorgeplant, die amtierenden Schulsprecher*innen befinden sich in der konkreten Ausgestaltung.

Die Corona-Pandemie hatte nicht nur schlechte Seiten: der Anteil der Fahrrad fahrenden Schüler*innen ist deutlich gestiegen.  Eine Entwicklung, die wir von schulischer Seite unter anderem durch die Anschaffung weiterer Fahrradständer unterstützt haben. Wir hoffen, dass wir das Fahrradfahren als Alternative zu Auto und Öffis erhalten können, da es neben den Umweltaspekten auch der Gesundheit und dem Wohlbefinden förderlich ist.

Aktuell plant unsere Kollegin Frau Wilhelm gemeinsam mit ihrem Englisch-Kurs der E-Phase einen Kleider-Flohmarkt, um das Bewusstsein für nachhaltige Textilnutzung und achtsamen Umgang mit den Ressourcen zu schärfen. Die Einnahmen sollen an ein Projekt gespendet werden, dass sich für Nachhaltigkeit in der Modeindustrie, faire Löhne und Arbeitsbedingungen für die Arbeiter*innen in den Herstellungsländern einsetzt. Die Schüler*innen erstellen im Rahmen ihres Unterrichts Informationsmaterial, um andere ebenfalls zu motivieren, auf exzessiven Konsum von Billig-Mode („fast fashion“) zu verzichten.

Weltoffenheit wird insbesondere und natürlich prominent repräsentiert durch unsere zahllosen Partnerschulen und Kooperationen weltweit. Im Zusammenhang mit UNESCO wird oft die Schule in Karonga/Malawi genannt, es besteht jedoch auch eine „musikalische Freundschaft“ mit dem Leo Baeck Zentrum in Haifa sowie einer weiteren Schule in Bethlehem.

Darüber hinaus finden seit vielen Jahren regelmäßige Austausche mit diversen Partnerschulen statt, die die Erziehung zur Weltoffenheit ganz sicher unterstützen.  Natürlich hat dieser Teilbereich unseres Engagements am meisten unter Corona gelitten, da Reisen nicht möglich waren. Optimistische  Planungen gehen jetzt von einem Wiedererstarken der Austausche ab dem nächsten Schuljahr aus. Entsprechend laufen alle Vorausplanungen, etwa für Nancy und Israel.

Und nun doch noch einmal zurück zu Malawi: Ich freue mich besonders, Bischof Martin aus Karonga am 17. Juli hier an der Edith-Stein-Schule begrüßen zu dürfen. Er befindet sich auf einer zweiwöchigen Deutschland-Reise  und nimmt sich in diesem Rahmen die Zeit die Edith-Stein-Schule erneut zu besuchen.

Dass die Erziehung zu einem demokratischen und friedlichen Miteinander in zahllosen Unterrichtsvorhaben in unseren Schüler*innen wirkt, wurde für mich besonders deutlich in der Art und Weise, wie der am 24. Februar begonnene Krieg auf dem Staatsgebiet der Ukraine auf unterschiedliche und vielfältige Weise im Schulalltag aufgegriffen wurde. Neben der im Unterricht eingebetteten politischen,  geographischen und gesellschaftlichen Betrachtung wurde in vielen Fächern Raum geschaffen, um die eigenen Sorgen und Ängste formulieren zu können.

Unser Team der Schulseelsorge bot verschiedene Impulse an und schaffte mit den Gebetszeiten in der Liebfrauenkirche eine Möglichkeit für die Schulklassen, sich an verschiedenen Stationen mit den Themen Frieden und Krieg auseinander zu setzen.  Besonders berührend waren die persönlichen Anmerkungen, Skizzen und Kommentare der Jugendlichen, die die Kirche besucht hatten, auf den bereitgestellten Stellwänden. Diese machten den innigen Wunsch nach Frieden besonders deutlich.

Nicht nur an sich sondern auch an andere denken hat in unserer Schulgemeinde eine lange Tradition. Die Initiatorinnen des ersten Spendenaufrufs für Kinder in der Ukraine Emilia, Hannah und Lena Marie aus dem Abiturjahrgang  gaben darüber gegenüber den Vertreter*innen der UNICEF Ortsgruppe Darmstadt anschaulich Auskunft. Sie formulierten es als eine eingeübte Selbstverständlichkeit, als Edith-Stein-Schüler*in auf die Notlage anderer Menschen zu reagieren und zu helfen. Wie bereits erwähnt haben weitere Abiturient*innen auf ihre Weise einen weiteren Beitrag  geleistet, indem sie ihrem persönlichen Wunsch, noch einmal gemeinsam zu musizieren, mit dem caritativen Gedanken verknüpft haben.

Mit freundlichen Grüßen

Die Anerkennung der Mathildenhöhe als Weltkulturerbe der UNESCO hat uns auf die Idee gebracht, gemeinsam mit der Goetheschule in Dieburg, der regional nächstgelegenen UNESCO-Projektschule, einen Projekttag zu veranstalten, an dem die vielfältigen Aspekte dieses einzigartigen Gebäude- und Museen-Ensembles aus verschiedenen Richtungen betrachtet wird.  Gruppen von Schüler*innen der 9. Klassen sowohl der Edith-Stein-Schule als auch der Goetheschule werden sich in je zwei Projekte aus den Fachrichtungen Kunst, Geschichte und Religion einwählen können. Von unserer Schule sind an diesem Pilotprojekt Frau Rajca, Frau Anders und Herr Dr. Kluck beteiligt, denen ich für ihr Interesse und Engagement herzlich danke. Besonderer Dank gilt jedoch auch Herrn Klein, der aktuell alle UNESCO-Aktivitäten und -Planungen  allein schultert, wobei er – und das soll nicht unerwähnt bleiben – auf viele etablierte Strukturen zurückgreifen kann, die die UNESCO-AG mit Frau Glenewinkel bereits geschaffen hatte.

Auf den Bericht über den Projekttag freue ich mich schon und hoffe, dass wir dieses Projekt in den nächsten Jahren auf eine größere Gruppe von Teilnehmer*innen ausdehnen können (und dann vielleicht auch das Weltnaturerbe Grube Messel dazu nehmen). Aktuell ist dies wegen der anhaltenden Bauarbeiten auf der Mathildenhöhe noch nicht möglich.

Nun wünsche ich Ihnen ein sonniges fronleichnamsverlängertes Wochenende und gute Erholung!

Mit freundlichen Grüßen

Schulleiterin