NEWSLETTER 11, 6.12.2023

Themen: vom Dunkel ins Licht… (ganz metaphorisch gesprochen)

Liebe Eltern, liebe Schülerinnen, Advent ist traditionell die Zeit, in der es draußen dunkel und ungemütlich ist und wir (nicht nur deshalb) zuhause Lichter anzünden. Der warme Kerzenschein gibt uns ein Gefühl der Geborgenheit und steht gleichzeitig symbolisch für die Perspektive auf mehr Helligkeit in der kommenden Weihnachtszeit. In der Weihnachtspost des letzten Jahres zitierte ich Edith Stein mit den Worten: „Der Stern von Bethlehem ist ein Stern in dunkler Nacht – auch heute noch.” Auch früh morgens, wenn wir uns alle auf dem Weg in die Edith-Stein-Schule machen, ist es sehr dunkel. Autoscheiben sind beschlagen oder zugefroren, die Sicht ist eingeschränkt. Umso wichtiger ist es, dass Radfahrerinnen und Fußgängerinnen gut zu sehen sind. Dafür können Sie als Eltern einiges tun. Aber auch wir möchten unterstützen, dass unsere Schülerinnen sicher zur Schule kommen.
Deshalb fand am Montag dieser Woche wie im letzten Jahr eine Fahrradkontrolle statt, bei der wir darauf achteten, ob die Kinder mit Licht fahren, ob sie einen Helm tragen, ob sie helle Kleidung anhaben und Ähnliches. Insbesondere fehlendes Licht und der Verzicht auf einen Helm, für den es ja nach wie vor leider keine Pflicht gibt, wird von uns über kleine Briefe an Sie als Eltern zurückgemeldet. Wie sie mit dieser Information umgehen, lege ich vertrauensvoll in Ihre Hände. Oft genug kommt es vor, dass Eltern gar nicht wissen, dass ihr Kind zum Beispiel ohne Helm fährt, denn
der Helm baumelt fröhlich am Lenker. Deshalb möchten wir mit dieser kleinen Information sicherstellen, dass Sie den gleichen Kenntnisstand haben wie wir.
Auch wenn alle Autofahrer*innen jederzeit optimal aufmerksam wären, könnte es in dieser dunklen Jahreszeit dennoch dazu kommen, dass ein Kind übersehen wird, wenn es weder Licht anhat, noch reflektierende Kleidung trägt. Dann kann ein Fahrradhelm Leben retten.
Wir betrachten die Fahrradkontrolle als Teil unserer Verkehrserziehung und erhoffen uns, Denkanstöße zu geben und mit den Kindern ins Gespräch zu kommen, über den Sinn von Fahrradbeleuchtung und Fahrradhelm.

Es ist nicht nur dunkel draußen, sondern auch nasskalt und unfreundlich. Und so erreicht der Krankenstand wie in jedem Jahr ungeahnte Höhen. Innerhalb des Kollegiums führt dies leider gezwungenermaßen zu Ausfällen der Randstunden, weil der Vertretungsaufwand von den noch gesunden Kolleginnen nicht in vollem Umfang zu schaffen ist. Alle Lehrkräfte leisten Außergewöhnliches in dieser Zeit, und das nicht nur wegen der notwendigen Vertretungsstunden. Auch Schülerinnen erkranken, so dass Klassenarbeiten und Tests oder Referatstermine verpasst
werden. Insbesondere die Klassenarbeiten sollten, wo immer es möglich ist, nachgeschrieben werden.
Auch in diesem Jahr übersteigt die schiere Anzahl der notwendigen Nachschreibearbeiten die Möglichkeiten der einzelnen Lehrkraft. Nicht nur sind passende Termine zu finden, die außerhalb der regulären Unterrichtszeit liegen müssen. Dabei sind wir stets bemüht, die Kinder nicht zwei Arbeiten an einem Tag schreiben zu lassen, obwohl dies in Bezug auf Nachschreibearbeiten schulrechtliche möglich wäre. Dennoch kann es kaum gesundheitsstabilisierend sein, wenn ein Kind nach der Genesung sofort in einen ungeheuren Prüfungsstress gerät.
So sind wir hin und hergerissen, zwischen der Notwendigkeit, auch im schriftlichen Bereich valide Noten zu finden, und dem Bedürfnis, Wiedergenesene zunächst zu schonen, bzw. sie prioritär ihre regulären Arbeiten schreiben zu lassen. Darüber hinaus wird es teilweise immer schwieriger, gleichartige und gleichschwierige Aufgaben für diese „zweite Garnitur“ zu konzipieren.

In der dunklen und kalten Jahreszeit ist gutes Essen besonders wichtig. Unser
Mittagessensangebot erfreut sich einer nie gekannten Beliebtheit, die uns in der Logistik an unsere Grenzen führt. Schulorganisatorisch sichern wir den Schülerinnen schon immer kompakte Stundenpläne zu, dies führt jedoch dazu, dass die überwältigende Mehrheit aller Mittagessenskinder in der Zeit zwischen 13:05 Uhr und 13:55 Uhr essen müssen.
Die Räumlichkeiten kennen Sie, auch diese sind begrenzt. Die Mitarbeiterinnen der Firma Kreative Töpfe an der Essensausgabe in der ja auch eher kleinen Küche arbeiten außerordentlich zügig, dennoch kommt es natürlich zu längeren Wartezeiten, insbesondere direkt nach dem Ende der 6. Stunde.
Um die Situation etwas zu entspannen, haben wir die Essenszeit in zwei Abschnitte geteilt: von 13:05 Uhr bis 13:30 Uhr essen die 5. und 6. Klassen, ab 13:30 Uhr alle älteren Schülerinnen. Darüber hinaus haben wir in der aktuellen Situation, in der wie oben erwähnt, 6. Stunden teilweise entfallen müssen, eine dritte Zeitzone eröffnet. Klassen, deren 6. Stunde Unterricht entfällt, dürfen ab 12:30 Uhr Mittag essen unabhängig von der Jahrgangsstufe. Dies hat bereits zu einer deutlichen Entspannung der Lage und auch zu einer Absenkung der Lautstärke im Pavillon geführt. Mit weiteren Ideen und Überlegungen beschäftigen wir uns derzeit, zum Beispiel welche weiteren Schritte möglich sind, um eine angemessene Mittagsessensituation zu schaffen, auch wenn wieder alle Klassen bis einschließlich 6. Stunde Unterricht haben. Prinzipiell ist es ja ein schönes Kompliment an die gute Küche der Firma Kreative Töpfe, dass die Anzahl der mittagessenden Kinder deutlich gestiegen ist. Damit alle satt und zufrieden aus der Mittagspause hinausgehen können, ist es notwendig, dass die Kinder in besonderem Maße aufeinander und auf die Mitarbeiterinnen in der Mensa Rücksicht nehmen.
Lobend hervorzuheben ist auch die Arbeit der Oberstufen-Schüler*innen, die während der Mittagspause Aufsicht führen und die jüngeren Kinder in der Wartesituation freundlich, aber bestimmt, anleiten, wie man sich in einer Warteschlange verhält.

Thematisch bewegen wir uns vom Düsteren, Kalten über wohltuendes Mittagessen in lichtere
Regionen: Unsere Spendenaktion für unsere Partnerschule in Haifa, das Leo Baeck Educational Center ist zu Ende gegangen. Insgesamt wurden knapp 5300 € gesammelt. Neben dem großartigen Engagement einzelner Kinder und zahlreicher Klassen- und Lerngruppen ist besonders das schöne Benefiz-Konzert am Dienstag, den 28. November hervorzuheben. Insgesamt zehn Schülerinnen der Mittel- und Oberstufe zeigten ihr hervorragendes Können in Gesang und Instrumentalmusik. Sowohl in Einzeldarbietungen, begleiteten Stücken, einem Trio und schließlich auch der Familienband coMiks schenkten uns die jungen Leute ein vielfältiges und unterhaltsames Programm, in einer leider eiskalten Kirche.
Unter Berücksichtigung dieser für das Musizieren sehr ungünstigen Bedingungen (die Finger waren kaum beweglich genug zu bekommen) ist das Engagement dieser Jugendlichen sowohl in der Organisation als auch in der Vorstellung selbst besonders hervorzustellen. Knapp 1000 € der Spendeneinnahmen gehen allein auf dieses Konzert zurück. Ganz herzlichen Dank dafür (und allen großzügigen Spenderinnen)!
Im Kontakt mit dem Leo Baeck Educational Center haben wir einige Ideen ausgetauscht, wie das Geld zu Gunsten der wegen der Terroranschläge geflohenen Kinder verwendet werden kann. So haben Kinder geflüchteter Familien ihre Instrumente verloren und können deshalb aktuell nicht in der Weise musizieren, wie sie es gewohnt sind. Der ersatz dieser Instrumente scheint mir in Anbetracht der heilenden Wirkung von Musik ein lohnendes Projekt zu sein, auch weil die
(inoffizielle) Partnerschaft mit dem Leo Baeck Educational Center vor allem eine intensive musikalische Kooperation ist. In Rahmen dieser Kooperation war unsere Bigband mehrfach in Haifa, das dortige Orchester der Schule wirkte 2015 hier bei uns im Weihnachtskonzert mit.
Nach den aktuellen Ferien werden wir eine Videokonferenz halten, in der wir konkrete Projekte vereinbaren.

Wie jedes Jahr haben sich viele, viele Familien auch an der Weihnachtspäckchenaktion für Moldawien und die Ukraine des Vereins „Hoffnungsträger Ost“ beteiligt. Frau Althaus organisierte diese traditionelle Unterstützungsaktion gewohnt routiniert mit hohem persönlichen Einsatz, so dass
schlussendlich 375 Päckchen von den Familien unserer Schulgemeinde gepackt wurden. Diese wurden am 24.11. hier abgegeben und direkt in den kleinen Lieferwagen des Ehepaars Kliebisch verladen.

Ich bin sicher, dass sie an den Bestimmungsorten in Moldawien und der Ukraine Freude schenken werden, und so tragen wir das Licht ein Stück in die Welt hinaus.

Vorlesewettbewerb der 6. Klassen im Martinssaal

Und tagesaktuell noch eine freundlich-leuchtende Nachricht: Am heutigen Freitag
fand bei uns der Vorlese-Wettbewerb der 6. Klassen statt. Der ganze Jahrgang versammelte sich in der 3. Stunde im Martinssaal und lauschte den Texten der
fünf Klassensiegerinnen, die diese vorlasen. Neben einem selbst gewählten Text aus einem Lieblingsbuch folgt dann jeweils noch der Vortrag eines Fremdtextes. Klingt einfach, ist es aber gewiss nicht! Dass die Vorleserinnen ihre Aufgabe gut
machten, ließ sich an der Stille messen, die im Saal herrschte, bei immerhin 140 Kindern.
Unser diesjähriger Sieger heißt Daniel Göller aus der 6c, dessen selbst gewählte Textstelle aus dem Buch „Die Abenteuer des Apollo“ auch noch besonders witzig war: Ein Halbgott, der plötzlich ganz durchschnittlich ist, und sich mit so profanen Ärgernissen wie Akne und Speckröllchen auseinandersetzen muss. Die Kinder (und die Jury) hatten Spaß! Ich gratuliere unserem Schulsieger und bedanke mich insbesondere bei Frau Euler für die Organisation!

Mit Lichtern geschmückter Tannenbaum

Zu Beginn sprach ich vom Licht, das wir entzünden, und der hoffnungsfrohen Perspektive, die dieses symbolisiert. Lassen Sie uns einen Blick in die nächste und
übernächste Woche werfen:
Ich lade Sie und Ihre Familie sehr herzlich ein:
Zu unserem Weihnachtskonzert der 5. bis 8. Klassen am Mittwoch , den 13.12.2023 um 19:30 Uhr in der großen Halle.
Zu unserem traditionellen großen Weihnachtskonzert am Donnerstag, den 21.12.2023 um 19.30 Uhr ebenfalls in der großen Halle!
Wegen der extrem niedrigen Temperaturen in der Liebfrauenkirche, die der allgemeinen Maßgabe der christlichen Kirchen zur weiteren Einsparung von Energiekosten geschuldet ist, haben wir uns entschieden, das Weihnachtskonzert in unserer großen Sporthalle stattfinden zu lassen.
Ich freue mich auf zwei wunderschöne musikalische Abende, die uns in diesen unruhigen, arbeitsbelasteten und manchmal auch schwierigen Zeiten in
hoffnungsfrohe vorweihnachtliche Stimmung versetzen werden.
Mit freundlichen Grüßen

Unterschrift D. Krumpholz

Schulleiterin