Vortrag zur UNO von Dr. E. Griep

„Da gab’s in New York dann zeitweise keinen Strom“

Am 11.11. durften wir Herrn Dr. Ekkehard Griep an der Edith-Stein-Schule begrüßen, der vor der Oberstufe über die Hauptorgane der Vereinten Nationen sprach und aus seinem Berufsleben erzählte.

Herr Griep arbeitete im UN Department of Peacekeeping Operations in New York und betreute verschiedene Einsätze, außerdem war er für das Auswärtige Amt sowie die NATO tätig.

Nachdem Herr Klein ihm in seiner Ansprache für die Bereitschaft, einen Vortrag zu halten, gedankt hatte, wollte Herr Griep von uns zunächst wissen, was wir mit dem Stichwort „Vereinte Nationen“ assoziieren. Es wurden einige Begriffe genannt, von „P5“ bis „Blauhelme“, die Herr Griep gut als Basis für seinen Vortrag verwenden konnte.

Zunächst stellte er uns den Sicherheitsrat genauer vor und erklärte die Aufteilung in verschiedene Regionalgruppen, die oft noch ein Überbleibsel aus der Zeit des Kalten Kriegs darstellen.

Dabei griff Herr Griep immer wieder aktuelle Themen auf, wie zum Beispiel Deutschlands Kandidatur für den Sicherheitsrat für 2027/28 und teilte seine Einschätzung, wie erfolgversprechend dieses Vorhaben ist, mit uns.

Doch selbst er konnte nicht alles erklären: Bezüglich des aktuellen UN-Generalsekretärs António Guterres bleibt auch für Herrn Griep bis heute offen, wie Russland, das damals den Vorsitz innehatte, die Mitglieder zu Wahl von Guterres bewegen konnte – zuvor hatte bei mehreren Kandidierenden nämlich niemand einen klaren Vorsprung gehabt.

Nach den unterschiedlichen Hauptorganen lag der zweite Schwerpunkt auf dem Thema der „Rolle Deutschlands“. Dazu erklärte Herr Griep, dass sich die Vereinten Nationen durch Beitragszahlungen der Mitgliedsstaaten finanzieren und machte deutlich, wie sehr sie auf diese angewiesen sind: denn, wenn die Beiträge mal nicht gezahlt wurden, so erzählte es Herr Griep, dann stand im UN-Gebäude in New York auch mal die Rolltreppe still, weil die Stromkosten nicht beglichen werden konnten. Er präsentierte Deutschland als viertgrößten Beitragszahler bei den Pflichtbeiträgen und zweitgrößten Beitragszahler bei den freiwilligen Beiträgen und erläuterte vor diesem Hintergrund den Status Deutschlands.

Was die Rolle Deutschlands betrifft, wurden später in der Fragerunde keine komplexen Fragen ausgelassen.

„Warum ist Deutschland denn dann kein ständiges Mitglied im Sicherheitsrat?“, wollte ein Schüler wissen. Dazu müsse man die Charta ändern, wofür zum einen eine Zweidrittelmehrheit in der Generalversammlung notwendig sei, zum anderen müsse in zwei Dritteln der Länder die Änderung im Gesetzgebungsprozess ratifiziert werden, antwortete Herr Griep. Das sei zwar schon ab und zu ernsthaft vorbereitet worden, sei aber nun mal sehr schwer zu erreichen.

Auf die Frage nach seinem Gehalt als Angestellter im Sekretariat der UN erhielten wir zwar keine konkrete Antwort. Aber die brauchte es auch gar nicht, um uns neugierig zu machen.

Für alle, die noch mehr Einblicke in die Arbeit bei den Vereinten Nationen erlangen wollen, stellte Herr Griep uns sein Buch „WIR SIND UNO“ vor, ein Interviewband mit Deutschen bei den Vereinten Nationen, die zwischen 1959 und 2017 ihre Arbeit begannen.

von Emilia Ferrarese  –  Leistungskurs Politik&Wirtschaft